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Der Hochschullehre eine Stimme geben : ein Diskussionspapier zur Einrichtung einer Deutschen Lehrgemeinschaft
Entstehung
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Bettina Jorzik Der Hochschullehre eine Stimme geben Ein Diskussionspapier zur Einrichtung einer Deutschen Lehrgemeinschaft Am 28. April 2017 hat der Wissenschaftsrat(WR) ein Positionspapier Strategien für die Hochschullehre verabschiedet. Zurlangfristigen Entwicklung von Lehre empfiehlt das Gremium, die Einrichtung ei­ner eigenständigen Organisation zur Förderung und Entwicklung der Hochschullehre zu prüfen. Damit soll im Wesentlichen zwei Herausforderungen be­gegnet werden, die aus Sicht des WR entscheidend für eine nachhaltige Stärkung und wirksame Weiter­entwicklung der Lehre sind: 1. Dauerhafte Fördermöglichkeiten für Lehrinnova­tionen bereit zu stellen und 2. die Vernetzung und den Austausch zwischen den Akteuren zu befördern, um die Voraussetzungen für einen Transfer bzw. die Verbreitung erfolgrei­cher Lehrprojekte zu schaffen. Die Empfehlung des WR hat eine gleichermaßen inten­sive wie kontroverse Debatte in Hochschulpolitik und -öffentlichkeit entfacht, die in den vergangenen zehn Jahren unter dem Stichwort Deutsche Lehrgemeinschaft wiederholt geführt wurde. Insbesondere der Stifterver­band hat eine solche Einrichtung in der Vergangenheit mehrfach öffentlich gefordert 1 und in einer Pressemit­teilung vom 2. Mai 2017 an Bund und Länder appelliert, die o. g. WR-Empfehlung zeitnah umzusetzen. Die Mit­gliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 9. Mai 2017 sprach sich demgegenüber de­zidiert gegen diesen Vorschlag aus: Wir brauchen jetzt und auch nach 2020 keine neuen Institutionen, sondern vor allem eine klar konzipierte, verlässliche Hochschulfi­nanzierung in gemeinsamer Verantwortung von Ländern und Bund. 2 Die wesentlichen Einwände von Kritikern …lassen sich im Wesentlichen auf zwei Argumenta­tionslinien verdichten: 1. Die geplante Einrichtung löse nicht das vorrangige Problem der unzureichenden Grundfinanzierung der Hochschulen. 2. Lehre funktioniere anders als Forschung. Eine Übertragung von Instrumenten der Forschungsför­derung werde den Besonderheiten der Lehre nicht gerecht. Zu den Argumenten der Kritiker im Einzelnen: Die Hochschulen sind seit vielen Jahren stark unter­finanziert. Nötig ist deshalb eine deutliche Erhöhung der Grundfinanzierung, um die Qualität der Lehre zu sichern; eine Programm- oder Projektförderung für die Lehre ist keine Lösung. Richtig: Die geplante Einrichtung ist keine Antwort auf die strukturelle Unterfinanzierung der Hoch­schulen. Das soll sie aber auch gar nicht sein. We­der soll sie den Hochschulpakt ablösen, wie es dem Vernehmen nach bei der HRK-Mitgliederversamm­lung unterstellt wurde, noch soll sie an die Stelle einer höheren Grundfinanzierung treten. Sie soll zusätzliche finanzielle Mittel für Lehrinnovationen