PERSPEKTIVE| FES KAMERUN Kamerun – die anglophone Krise Mehr als nur ein Sprachenstreit SUSANNE STOLLREITER UND ALEXANDER VOJVODA August 2017 n Seit beinahe acht Monaten sind die anglophonen Gebiete Kameruns in Aufruhr. Ihr Protest wendet sich vordergründig gegen die Marginalisierung der englischen Sprache, Kultur und Gesellschaft durch die frankophon geprägte Kameruner Zentralregierung, ist aber hauptsächlich Ausdruck einer tiefer gehenden Unzufriedenheit mit der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bilanz der autoritären Regierung des Präsidenten Paul Biya, der seit 1982 das Land regiert. n Die Proteste wurden von den Anwält_innen- und Lehrer_innengewerkschaften initiiert, von der frustrierten Jugend, insbesondere den Student_innen, weitergetragen und umfassen mittlerweile die deutliche Mehrheit der anglophonen Bevölkerung. n Die Regierung reagierte zunächst mit Ignoranz sowie anschließend mit massiver, auch gewaltsamer Repression. Gleichzeitig signalisierte sie aber auch Verhandlungsbereitschaft und scheint nun zu hoffen, dass kleinere Zugeständnisse sowie die einsetzende Zermürbung die Proteste beenden werden. n Tatsächlich erscheint eine nachhaltige und zufriedenstellende Lösung der»anglophonen Frage« aufgrund der verhärteten Positionen der beiden Konfliktparteien zurzeit jedoch ebenso unwahrscheinlich wie soziale Reformen ohne einen Systemwechsel.
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Kamerun - die anglophone Krise : mehr als nur ein Sprachenstreit
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