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Visionen der digitalen Stadt : smart, sharing oder open?
Entstehung
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Leonhard Dobusch 33/ 2017 VISIONEN DER DIGITALEN STADT: SMART, SHARING ODER OPEN? AUF EINEN BLICK Egal ob kommunale Mobilität, Daseinsvorsorge oder Verwaltung, Smart-City-Konzepte versprechen mit Hilfe digitaler Technologien die urbane Effizienz zu steigern und städtische Probleme zu lindern. Dem­gegenüber steht eine wachsende Kritik an digitalen Steuerungsfantasien und dem Ausblenden von Interes­senskonflikten. Alternative Ansätze wie ‚Sharing City oder ‚Open City betonen deshalb die Ambi­valenz von Technologie. Sie fordern eine offenere kommunale Digitalisierungspolitik, die sich an digi­talen Gemeingütern orientiert. Ende 2015 untersuchte eine Studie die Nutzung der Online­PlattformSchau.auf.Linz(Etzelsdorfer 2015). Diese geo­datenbasierte Plattform bietet den Bürger_innen der öster­reichischen Stadt Linz seit 2013 die Möglichkeit, ihre Ideen, Anliegen und Beschwerden an die Stadtverwaltung heranzu­tragen. Das ermutigende Ergebnis: Verglichen mit klassischen Kanälen wie E-Mail oder Telefon nutzten überproportional viele Menschen mit geringerem Bildungsgrad die Möglichkeit, via Smartphone mit der Stadtverwaltung in Kontakt zu tre­ten. Gut vier Monate später sorgteSchau.auf.Linz neuer­lich für Schlagzeilen. Befürworter_innen eines Bettelverbots in der Innenstadt nutzten die Plattform, um Bettler_innen alsZigeuner, Ungeziefer oder Schlimmeres zu denunzieren. Markiert wurden dort auch Zeltlager, die wenig später Brand­anschlägen zum Opfer fielen. 1 Untypisch an diesem Beispiel ist nur das räumliche und zeitliche Zusammenfallen von zwei gegensätzlichen Tenden­zen digital-kommunaler Technologienutzung. Im Übrigen ist das Spannungsfeld zwischen neuer, erweiterter Teilhabe auf der einen und neuen Formen von Exklusion und Ungleichheit auf der anderen Seite durchaus prototypisch für Theorie und Praxis digitaler Städte. Während Internet und digitale Tech­nologien geographische und kulturelle Distanzen überbrücken helfen und die Welt in mancher Hinsicht zum vielzitierten globalen Dorf machen, sind sie gleichzeitig auch vor Ort, in Städten und Gemeinden von großer lokaler Bedeutung. Wie sich deren Einsatz letztlich auswirkt, hängt stark von politischen Prioritäten ab. Und wie meistens in Zeiten sozio­technologischer Umbrüche und damit verbundenen Unsicher­heiten, gibt es verschiedene Vorstellungen Visionen die konkrete Gestaltung dieses Wandels betreffend. Verschie­dene Visionen unterscheiden sich dabei auch hinsichtlich der Sensibilität für die eingangs exemplarisch illustrierten Spannungsverhältnisse und Dilemmata. Im Bereich digitaler Kommunalpolitik lassen sich grob drei Visionen unterscheiden, die sich zwar in mancher Hin­sicht überlappen, aber doch klar erkennbar unterschiedliche Treiber und Schwerpunkte aufweisen. Der wahrscheinlich prominenteste ist jener der ‚Smart City(Cocchia 2014); im Folgenden soll dieser mit Visionen von ‚Sharing City(McLaren/ Agyeman 2015) und ‚Open City(Sennett 2006) kontras­tiert werden. SMART CITY: DIGITALISIERUNG ALS OPTIMIERUNGSAUFGABE UND-CHANCE Entstanden im Zuge von Bemühungen, digitale Technologien für vor allem: ökologisch nachhaltigere Stadtentwicklung zu nutzen, erfreut sich das KonzeptSmart City seit An­fang 2000 wachsender Beliebtheit als Sammelbegriff für eine große Vielfalt an Digitalisierungsstrategien. Doch egal ob um nur drei von unzähligen Beispielen zu nennen wirtschaftliche Aspekte der Digitalisierung(‚Smart Economy), ihre Potenziale für die Reform öffentlicher Verwaltungen(‚Smart Governance) oder für die Lenkung regionaler Verkehrsströme (‚Smart Mobility) im Vordergrund stehen, gemeinsam ist den allermeisten Ansätzen ihre starke Technologiegetriebenheit. Was auch immer das Problem sei,smarte Technologien >