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Brasilien nach der Amtsenthebung : von der progressiven Dekade zum sozialen Kahlschlag
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PERSPEKTIVE| FES BRASILIEN Brasilien nach der Amtsenthebung Von der progressiven Dekade zum sozialen Kahlschlag KATHARINA HOFMANN DE MOURA November 2017 n Korruption und Misswirtschaft nähren die Krise in Brasilien. Gegen zahlreiche Poli­tiker_innen wird ermittelt, u. a. auch gegen den amtierenden Präsidenten. Über 90 Prozent der Bevölkerung lehnen die derzeitige Regierung laut Umfragen ab. n Den Skandalen und der Ablehnung trotzend, treibt die Regierung seit der Amtsent­hebung von Dilma Rousseff die Umsetzung einer Agenda voran, die vor allem die ärmste Schicht trifft. n Neben einem Verfassungszusatz, der den Staat zu einer rigiden Austeritätspolitik verpflichtet, wurde jüngst eine radikale Arbeitsrechtsreform verabschiedet. Inner­halb von einem Jahr wird so die Politik der sozialen Inklusion der links regierten Dekade beendet. n Die Unterstützung der Agrarlobby sowie die Freigabe unter Naturschutz stehender Gebiete verschärfen die Landkonflikte und haben langfristige ökologische Folgen. n Gewalt in ländlichen und urbanen Räumen nimmt aufgrund der sich verschärfenden sozialen Spannungen zu. Je stärker der Staat in Korruption und Misswirtschaft ver­sinkt, desto mehr Raum lässt er der organisierten Kriminalität.