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Einwanderungspolitik in Italien : Probleme und Perspektiven
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FES ITALIEN Einwanderungspolitik in Italien Probleme und Perspektiven COSTANZA HERMANIN Dezember 2017 Angesichts der stockenden Reform der Dubliner Asylregeln und der schwierigen Beziehungen der EU zu Libyen hat Italiens Innenminister Marco Minniti 2017 die Initiative ergriffen. Italien begann, einen intensiven Dialog mit libyschen Kräften zur Migration zu führen. Die dabei erreichte Übereinkunft funktionierte insofern, als sie den Zustrom an Migranten kurzfristig eindämmen konnte. Sie lässt aber zahlreiche Fragen offen. Obwohl Italien vom Massenzustrom von Bootsflüchtlingen schon deutlich länger als viele andere EU-Länder betroffen war, versagte das Land über viele Jahre darin, ein eigenes System zum Migrationsmanagement zu entwickeln. Druck aus der EU brachte Italien dazu, verschiedene Mängel des nationale Asylsystems zu beheben. Wie in anderen Ländern Europas konzentriert sich die politische Debatte in Italien ausschließlich darauf, den Zustrom einzudämmen. Eine Diskussion darüber, wie der legalen(d. h. der Arbeits-) Migration bessere Wege eröffnet werden könnten, um den demografischen Trends und der ungeordneten Massenzuwanderung zu begeg­nen, wird nicht geführt.