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From dusk till dawn : der lange Weg der schwedischen Sozialdemokratie von einer Staatspartei zum Kampf um jede Stimme
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PERSPEKTIVE| FES STOCKHOLM From Dusk till Dawn Der lange Weg der schwedischen Sozialdemokratie von einer Staatspartei zum Kampf um jede Stimme DR. CHRISTIAN KRELL UND NIELS STÖBER November 2017 Schweden galt als das gelobte Land der Sozialdemokratie. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei(SAP) hatte über Jahrzehnte hinweg eine Hegemonialstellung in der schwedischen Parteienlandschaft inne und konnte mit der Erzählung einer»starken Gesellschaft« ein bemerkenswert solidarisches Gesellschaftsmodell mit einem um­fassenden Wohlfahrtsstaat verwirklichen. Vollbeschäftigung,solidarische Löhne durch eine starke Sozialpartnerschaft sowie keynesianistische Investitionspolitik und eine weit ausgebaute staatliche Daseinsfürsorgewaren charakteristisch dafür Ausgelöst durch steigende Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit war dieses Mo­dell spätestens seit den 1990er Jahren in der Krise, was sich auch in teils drama­tischen Wahlniederlagen der SAP widerspiegelt. Parteiübergreifend lauteten die Devisen fortan»Entschlackung« des öffentlichen Sektors durch Privatisierung und »Haushaltsüberschuss statt Vollbeschäftigung«. Den progressiven Kräften steht im Parlament seither eine ebenbürtig starke bürgerliche Allianz gegenüber, die von 2006 bis 2014 die Regierung stellte. Zwar führt die SAP seitdem wieder eine rot-grüne Minderheitsregierung an, je­doch konkurriert sie nicht nur mit Linkspartei und Grünen um Stimmen, sondern muss auch um Arbeiterstimmen mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten kämpfen, die seit 2010 zur drittstärksten Kraft im Parlament avanciert sind. Für die schwedische Sozialdemokratie stellt sich die strategische Frage, ob sie sich vor der Wahl 2018 zur Mitte hin öffnet oder den eingeschlagenen linken Weg in Richtung einer Thematisierungvon Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen weiter verfolgt.