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Trump "mauert" und aktualisiert die Monroe-Doktrin : die Beziehungen zwischen Lateinamerika und den USA
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Trump»mauert« und aktualisiert die Monroe-Doktrin Die Beziehungen zwischen Lateinamerika und den USA WOLF GRABENDORFF April 2018 n Lateinamerika hat keine außenpolitische Priorität für die Trump-Administration, da dort im Gegensatz zu anderen Weltregionen kaum strategische Interessen der USA betroffen sind. Dennoch sind Rücksichtnahmen auf innenpolitische Interes­sengruppen für das außenpolitische Profil gegenüber Kolumbien, Kuba, Mexiko und Venezuela deutlich erkennbar. Eine hemisphärische Strategie, wie sie frühere US-Präsidenten zur Absicherung der eigenen Weltmachtrolle entwickelt haben, ist angesichts des America first- Konzepts von Präsident Trump nur in Ansätzen als Ab­wehrstrategie erkennbar. n Trotz der aggressiven und rassistischen Rhetorik von Präsident Trump ist die effek­tive US-Außenpolitik in der Region von Kontinuität hinsichtlich der bilateralen und multilateralen Maßnahmen der Obama-Administration geprägt. Die konservativen Entwicklungsmodelle in vielen Staaten Lateinamerikas erlauben den USA die Fort­führung traditioneller Beziehungsmuster. n Der Verlust an internationaler Glaubwürdigkeit und politischer Berechenbarkeit der USA ist in Lateinamerika seit dem Amtsantritt von Präsident Trump deutlich spürbar. Abwehrreaktionen sind in der Region bisher nur bei der Migrations- und der Han­delspolitik sowie hinsichtlich der Interventionsandrohung in Venezuela erkennbar. Demgegenüber hat die Bereitschaft, in allen Bereichen der öffentlichen Sicherheit enger mit den USA zusammenzuarbeiten, drastisch zugenommen. n Lateinamerikas geopolitische Situation hat sich im letzten Jahrzehnt erheblich ver­ändert. Die Orientierung nach Asien hat zu einem offensichtlichen Modellverlust für die westliche Staatengemeinschaft geführt, von dem nicht nur die USA, sondern vor allem auch die EU betroffen sind. Neben dem drastisch gestiegenen Einfluss transnationaler Akteure sind es insbesondere China und Russland, die deutlich an politischem Gewicht gewonnen haben.