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Beschäftigungspotenziale nutzen : die beste Antwort auf die Alterung der Gesellschaft
Entstehung
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Erik Türk, Florian Blank, Camille Logeay, Josef Wöss, Rudolf Zwiener 14/ 2018 BESCHÄFTIGUNGSPOTENZIALE NUTZEN: DIE BESTE ANTWORT AUF DIE ALTERUNG DER GESELLSCHAFT AUF EINEN BLICK Noch vor Arbeitsbeginn der neuen Rentenkommission begann der Streit über die notwendigen Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels. Überraschenderweise blieb dabei die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes ausgeblendet, ob­wohl Analysen hier enorme ungenutzte Beschäfti­gungspotenziale vor allem bei Frauen, Älteren und Migrant_innen zeigen. Gelänge hier eine ähnlich gute Arbeitsmarktintegration wie in Schweden, dann ließe sich der demografische Wandel gut bewältigen. Wesentlichen nur mittels Verschiebung der gesetzlichen Altersgrenze zwischen Renten- und Erwerbsalter beeinflusst werden kann, geht der Hinweis auf die Rolle von Zuwande­rung darüber hinaus. Dennoch ist auch diese Analyse verkürzt, insofern sie nicht auf einer Untersuchung der Situation des deutschen Arbeitsmarktes beruht und zudem den Einfluss verschiedener Arbeitsmarktentwicklungen auf die Simulations­ergebnisse ausblendet. DEMOGRAFISCHER WANDEL UND SICHE­RUNGSSYSTEME: WAS ZÄHLT WIRKLICH? Die deutsche Bundesregierung hat eine Rentenkommission Verlässlicher Generationenvertrag eingesetzt, die zukünf­tige Weichenstellungen in der Rentenpolitik vorbereiten soll. Noch bevor die Mitglieder der Kommission offiziell bekannt wurden, sorgten bereits Studien für Aufsehen, die die Pläne der Regierungskoalition fortschrieben und bewerteten. An­gesichts der erwarteten Alterung der Bevölkerung zeichne­ten sie sehr pessimistische Szenarien bezüglich der Kosten der verabredeten Eckpunkte. Diese sehen bis 2025 eine Sta­bilisierung des Rentenniveaus(Sicherungsniveau vor Steuern) auf 48 Prozent und einen Beitragssatz von nicht über 20 Pro­zent vor die sogenannte doppelte Haltelinie(CDU, CSU, SPD 2018: 90f.). Die Studien schreiben bei ihrer Bewertung die Ziele für 2025 in die weitere Zukunft fort, führen bei einem so lan­gen Zeitraum aber keine Sensitivitätsanalyse bezüglich der makroökonomischen Bedingungen durch(Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose 2018; Börsch-Supan/Rausch 2018: 23 – 30). Mit diesem eingeschränkten Blick ergeben sich als Handlungsoptionen drastische Erhöhungen der Beitragssätze oder des Zuschusses aus dem Bundeshaushalt, ein deutlich niedrigeres Leistungsniveau oder ein Renteneintrittsalter mit 70 Jahren bzw. Kombina­tionen daraus. Auch auf die Möglich­keit langfristiger hoher Zuwanderung wird an einer Stelle verwiesen. Während Vorschläge im System der Rentenver­sicherung der verengten Sicht entsprechen, dass die Relation zwischen Transferempfänger_innen und Erwerbstätigen im Demografische Relationen werden häufig als Altenquotient, die Anzahl der ab 65-Jährigen je 100 15- bis 64-Jährigen, ausgedrückt. Nach den aktuellen Bevölkerungsvorausschät­zungen von Eurostat (2017) wird der Altenquotient in Deutsch­land von 2013 das Basisjahr der Langfristprojektionen im Ageing Report 2015 der Europäischen Kommission bis zum Jahr 2060 um 73 Prozent steigen. Allerdings sagen die Alters­struktur einer Gesellschaft und die sich daraus ergebende demografische Abhängigkeitsquote alleine wenig über das Ausmaß an Sozialtransfers und ihre Finanzierung aus. Viel relevanter ist die ökonomische Abhängigkeitsquote: der Quotient der Bezieher_innen von Rente und Arbeitslosenleis­tungen an der Zahl der Erwerbstätigen(EU Kommission 2012: 6). Unter Berücksichtigung der Annahmen der EU-Kommission (Europäische Kommission 2015) bezüglich der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklungen und der aktuellen demografischen Vorausschätzungen steigt von 2013 bis 2060 diese ökono­mische Abhängigkeitsquote um 41 Prozent, also deutlich ge­ringer als der Altenquotient. Ökonomische Abhängigkeits­quoten stellen im Unterschied zu demografischen Abhängig­keitsquoten auf den ökonomischen Status von Personen ab. >