Reihe denkraum_medien AUSFALL IM STÖRFALL? NETZKOMMUNIKATION IN KRISENSITUATIONEN Zusammenfassung der Beiträge zur Veranstaltung„Ausfall im Störfall? Netzkommunikation in Krisensituationen“ der Reihe„denkraum_medien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung/ Medienpolitik am 16. April 2018 in Berlin. Referent_innen waren Dr. Aleksandra Sowa, Expertin für Informationssicherheit, Datenschutz und Buchautorin, Michael Bartsch, Geschäftsführer der Deutor Cyber Security Solutions GmbH, Thomas-Gabriel Rüdiger, Kriminologe am Institut für Polizeiwissenschaft und Vera Linß, Medienjournalistin und freie Moderatorin. Das Internet ist global zum primären und konkurrenzlosen Kommunikationsnetz geworden. Als Ort für Teilhabe, Aktivismus und Selbstfindung haftete dem digitalen Raum zunächst der Ruf als Innovations- oder sogar als Revolutionskatalysator an. Mittlerweile hat die Cybereuphorie nachgelassen und Netzpessimismus verbreitet sich zunehmend, denn das Medium erweist sich als störanfällig und öffnet Tür und Tor für verschiedene Formen des Missbrauchs. Die Liste ist lang, die Cybercrimevarianten zahlreich und doch gibt es bisher nur wenige Lösungsansätze: Wie soll man die Komplexität des Themas und der Kriminalitätsstrukturen überhaupt überblicken und was kann tatsächlich dagegen getan werden? FES Medienpolitik fasst die Ideen der drei geladenen Gäste zusammen und stellt deren Empfehlungen und Handlungsoptionen gegen Kriminalität im Cyberspace vor, um neue Impulse für sichere Kommunikation im Netz zu liefern. KURZZUSAMMENFASSUNGEN DER DREI IMPULSVORTRÄGE ALEKSANDRA SOWA Aleksandra Sowa machte einleitend deutlich, dass das Internet, ursprünglich unter anderem vom US Department on Defense dazu erdacht, redundante Kommunikationswege gerade im Kriegs- oder Krisenfall zu gewährleisten, zum primären Kommunikationsweg evolviert ist. Dessen Anfälligkeit für externe oder interne Angriffe stellt nicht nur die Sicherheit, sondern auch die zuverlässige Information der Bürger vor eine Herausforderung. Das Internet ist zum perfekten Medium der Desinformation geworden. Im Kontext von Wahlen bzw. Wahlkämpfen wurde das Problem bereits erkannt. Zum Verhängnis werde es jedoch tatsächlich dann, wenn die Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der Infomation über Leben und Tod entscheiden kann – in Krisen oder Notfallsituationen, bei Sicherheitsvorfällen, Unfällen, Angriffen, Katastrophen, die die ganze Gesellschaft, Teile der Gesellschaft oder Gruppen von Individuen betreffen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Informationen in Krisen und Notfällen gehört zweifellos zu den wesentlichen gesellschaftlichen Bedürfnissen und staatlichen Verpflichtungen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Schutzpflicht des Staates seinen Bürgern gegenüber. Sind der Staat, seine Institutionen, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe(BBK), oder die Privatwirtschaft – die meisten kritischen Infrastrukturen befinden sich in Hand von Wirtschaftsunternehmen – für die Krisenkommunikation und zur Richtigstellung von Falschnachrichten verantwortlich? Was kann der Staat ohne die Hilfe der Privatunternehmen überhaupt noch leisten? Mit dem IT-Sicherheitsgesetz und mit der Cyber-Sicherheitsstrategie des Innenministeriums hat die Bundesregierung die Unternehmen, die kritische Infrastrukturen betreiben, zur Einhaltung von IT-Sicherheitsmindeststandards nach dem Stand der Technik verpflichtet und ihnen bei wesentlichen Vorfällen Meldepflicht an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik(BSI) bzw. an die Bundesnetzagentur (BNetzA) auferlegt, resümierte Aleksandra Sowa. MICHAEL BARTSCH Michael Bartsch sieht die Gesellschaft zum ersten Mal an dem Punkt, wo technologisch ein Wandel vorangetrieben werde, der nicht mehr zu stoppen sei. Dies bedeute, Technologien und neuen Geschäftsmodellen ausgeliefert zu sein. Weil Bequemlichkeit und geringe Kosten im Mittelpunkt des Interesses der Nutzer stünden, komme der Sicherheit geringe Bedeutung zu. Das führe dazu, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle immer weiter digitalisieren, immer weiter automatisieren. Die Wertschöpfung findet heute, weltweit gesehen, zu weit über 60 Prozent durch digitale Medien, Computer und Vernetzung statt, so Bartsch. Die IT-Sicherheitsindustrie verweist auf ihre erfolgreichen Cyberstrategien,
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Ausfall im Störfall? : Netzkommunikation in Krisensituationen : Zusammenfassung der Beiträge zur Veranstaltung "Ausfall im Störfall? Netzkommunikation in Krisensituationen" der Reihe "denkraum_medien" der Friedrich-Ebert-Stiftung / Medienpolitik am 16. April 2018 in Berlin
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