Deutschland fast immer auch Praxiselemente enthält, die man vor allem im Beruf dann praktisch nutzen kann. Aber nur beides zusammen, beide Standbeine – akademische und nicht-akademische Qualifikation – haben den wirtschaftliche Aufschwung und die guten künftigen Entwicklungschancen für Deutschland ermöglicht. Wir sind daher überzeugt, als Deutsche Botschaft und als deutsche Regierung, dass auch Kosovo beides braucht – akademische und praktische berufliche Ausbildung. Und ich möchte darauf hinweisen, dass es schon ein Nachbarland gibt, das eine duale Berufsausbildung – nach dem deutschen Modell- durch ein Gesetz noch in diesem Jahr einführen will: das ist Serbien. Serbien will die Berufsausbildung intensivieren, um z.B. große Investoren aus Deutschland und von anderswo anzulocken. Es gibt schon jetzt eine Werbung Belgrads, damit Volkswagen eine neue Fabrik in Serbien aufbaut. Und eines der Argumente, welches die serbische Regierung nutzt, ist ab jetzt eine gute Ausbildung. In der deutschen Kooperation mit Kosovo geht es trotzdem nicht darum, das deutsche Modell der Berufsbildung einfach zu kopieren. Sondern es geht darum, dass einige wichtige Erfahrungen aus Deutschland in Kosovo genutzt werden können. Wesentlich ist das Prinzip der Kombination aus Theorie und Praxis oder anders gesagt, von Wirtschaft und Schule bzw. Ausbildung. Diese Kombination aus Theorie und Praxis kann auf verschiedene Weisen erreicht werden, aber alle Modelle, alle Antworten darauf, brauchen eine enge Kooperation aller Akteure. Daher ist es eine gute Idee, Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen, denn nur so kann man das wirklich diskutieren. Wo liegen bei der Berufsbildung die meisten Schwierigkeiten für Kosovo aus Sicht der deutschen Botschaft? Viele Unternehmen in Kosovo suchen ja Arbeitskräfte. Ich selbst spreche mit vielen kosovarischen Unternehmern, die mir dieses Problem schildern. Auf der anderen Seite suchen viele junge Menschen in Kosovo gleichzeitig einen Arbeitsplatz. Warum also haben wir einerseits so viele Arbeitslose und warum haben wir auf der anderen Seite einen Mangel an Fachkräften, den die Firmen beklagen? Nach meinem Eindruck liegt es nicht primär am fehlenden Willen der Beteiligten: Denn inzwischen wächst der gute Wille, sich in der 8
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