Berufsbildung stärker zu engagieren, sowohl bei den Firmen als auch in der Politik. Aber: Es braucht noch mehr Praxiserfahrung und es braucht auch noch mehr Unterstützung aus dem Ausland. Was mir außerdem auffällt: Die praktische Kooperation zwischen den Unternehmen in Kosovo und dem kosovarischen Staat mit seinen Schulen ist noch nicht hinreichend ausgebaut. Zugleich reicht auch der entsprechende Gesetzesrahmen in Kosovo noch nicht aus. Wenn wir aber dies alles haben – den guten Willen bei Firmen und der Politik, mehr Praxis, mehr Unterstützung und einen besseren rechtlichen Rahmen – sind wir dann schon im Berufsbildungsparadies? Ich fürchte Nein! Es fehlt noch eine richtige Orientierung und Information junger Menschen und ihrer Eltern. Die Akteure in Kosovo müssen sich noch mehr darum bemühen, die großen Chancen von beruflicher Qualifikation und beruflicher Orientierung bei Eltern und bei Jugendlichen bekanntzumachen. Denn solange alle jungen Leute in Kosovo am liebsten nur studieren wollen, aber niemand eine praktische berufliche Ausbildung macht, wird sich nichts im Bereich Berufsbildung ändern und auch nichts auf dem Arbeitsmarkt. Viele müssen umdenken! Viele müssen noch die Möglichkeiten der nichtakademischen Berufsqualifizierung erkennen. Dann werden sie erkennen: besser ein gut verdienender Handwerker, als ein arbeitsloser Akademiker. Jan-Axel Voss, Ständiger Vertreter der Deutschen Botschaft Pristina 9
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