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Baseballschlägerjahre & 20er Jahre : Heranwachsen mit rechtsextremer Gewalt in Brandenburg ; Zusammenfassung | 08.02.2021, Online-Lesung & Debatte der FES-Brandenburg
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Baseballschlägerjahre & 20er Jahre Heranwachsen mit rechtsextremer Gewalt in Brandenburg ZUSAMMENFASSUNG| 08.02.2021 Online-Lesung& Debatte der FES-Brandenburg Mit dem politischen Umbruch vor 30 Jahren vollzog sich für die Bevölkerung in Ostdeutschland ein radikaler Neube­ginn in allen Bereichen. Zeitgleich erstarkten Nationalismus und Rassismus. An vielen Orten gehörten Straße und Plät­ze der rechten Szene. Hass und Gewalt brachen aus, ins­besondere unter Jugendlichen. Neonazis und rechtsgerich­tete Jugendliche schufen nach und nach rechtsfreie Räume und erfuhren, dass ihre Gewalt keine Konsequenzen hatte. Der ZEIT Online-Redakteur und Autor Christian Bangel nannte diese für ihn prägende Zeit die Baseballschläger­jahre. Ende 2019 rief Bangel auf der Social-Media Platt­form Twitter mit dem#Baseballschlägerjahre dazu auf, Erinnerungen an diese Zeit zu teilen und stieß damit auf eine hohe Resonanz. Viele Bürger_innen, sowohl aus Ost- als auch aus Westdeutschland, folgten seinem Aufruf und teilten ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus dieser Zeit. Zu lange sei über die Baseballschlägerjahre geschwiegen worden und sie wirkten bis heute nach. Die rechtsextreme Szene sorgt auch heute in vielen Orten Brandenburgs für Hass und Gewalt, die sich insbesondere gegen Eingewanderte und ihre Nachkommen sowie gegen Geflüchtete richtet. Am deutlichsten ist die Zahl rechtsex­tremer Gewalt in Brandenburg ab dem Jahr 2014 gestie­gen: Der Verein Opferperspektive vermeldete im Jahr 2015 mit 203 rechten Angriffen in Brandenburg einen neuen Höchststand. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die rechten Gewalttaten damit um 120 Prozent zu. Diese Zahlen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit rechten Mo­bilisierungen gegen die Aufnahme der damals steigenden Zahl von Geflüchteten und den Bau neuer Asylheime in Brandenburg. Auch für das Jahr 2020 registrierte der bran­denburgische Verein Opferperspektive als Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt eine gesunkene, aber immer noch hohe Anzahl an Gewaltdelikten. Bei mehreren Angriffen im Jahr 2020 wur­den in Brandenburg Waffen, u.a. Baseballschläger, verwen­det und die Betroffenen teilweise erheblich verletzt. Diese Taten erinnern in ihrer martialischen Ausführung an rechte Angriffe aus den 1990er Jahren. Damit sind insbesondere Heranwachsende nach wie vor mit dem Problem erheb­licher Bedrohungen und Gefahren im Alltag konfrontiert. Vor welchen Herausforderungen stehen Heranwachsende in Brandenburg? Was muss getan werden, um sie nicht nur vor rechtsextremistischen Angriffen zu schützen, sondern auch um sie dazu zu befähigen, sich für eine gewalt- und hassfreie Gesellschaft einzusetzen? Diese und weitere Fragen diskutierten der Journalist und Autor Christian Bangel, die Sprecherin für die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Innenpolitik der SPD-Land­tagsfraktion in Brandenburg Inka Gossmann-Reetz(MdL) und Hannes Püschel, Berater des VereinsOpferpers­pektive Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt im Rahmen einer Online-Lesung und Debatte des Landesbüros Brandenburg der Friedrich-Ebert­Stiftung am 08. Februar 2021, die von Frauke Büttner, Leiterin der Geschäftsstelle Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Branden­burg moderiert wurde.