FES impuls Angela Borgwardt Wie wird die DATI zum Erfolg? Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 6 AUF EINEN BLICK Angesichts enormer gesellschaftlicher Transformationsprozesse wie z.B. der Energiewende ist es unerlässlich, dass der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Anwendung erfolgreich ist und Innovationen gelingen. Deshalb plant die Bundesregierung die Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation(DATI). Diese soll an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und an kleinen und mittleren Universitäten anwendungsorientierte Forschung fördern, die in innovationsorientierte Kooperationen mit regionalen Akteuren eingebettet ist. Mit der im Koalitionsvertrag angekündigten DATI soll es gelingen, soziale und technologische Innovationen in regionalen Innovationsökosystemen zu unterstützen und die bisherige Transfer-, Struktur- und Innovationsförderung zu bündeln. WELCHE ZIELE WERDEN MIT DER DEUTSCHEN AGENTUR FÜR TRANSFER UND INNOVATION(DATI) VERFOLGT? Die gewinnbringende Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse hat für die Weiterentwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft einen hohen Stellenwert. Transferaktivitäten an Hochschulen können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. Allerdings ist festzustellen, dass im deutschen Wissenschaftssystem die damit verbundenen Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Der Wissenschaftsrat konstatierte 2016 in Bezug auf Transferaktivitäten ein Strategiedefizit an Hochschulen sowie ein Anerkennungsdefizit des Transfers im Wissenschaftssystem. Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Wissens- und Technologietransfer Die Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation(DATI) soll dazu dienen, die Transferaktivitäten an Hochschulen maßgeblich zu stärken. Über die Ziele der neuen Agentur sprach Oliver Kaczmarek, MdB, Sprecher für Bildung und Forschung für die SPD-Bundestagsfraktion und Obmann im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, im Rahmen der hochschulpolitischen Gesprächsreihe„Eine Stunde für die Wissenschaft“ 1 . Die Gründung der DATI basiere auf drei Überzeugungen: 1. Wissenschaft ist unverzichtbar, damit sich die Gesellschaft nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und sozial weiterentwickeln kann. 2. Der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis in die Anwendung muss deutlich verkürzt werden, damit die Gesellschaft vom generierten Wissen besser profitieren kann. 3. Hochschulen bilden das Zentrum des deutschen Wissenschaftssystems und sollten deshalb in ihren Leistungen gestärkt werden. Mit der DATI sollen innovationsorientierte Kooperationen in der anwendungsorientierten Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften(HAWs) und an kleinen und mittleren Universitäten(kmUnis) gefördert werden, um forschungsgetriebene Innovationen für die regionale Entwicklung nutzbar zu machen. Durch die Unterstützung der Zusammenarbeit von HAWs und kmUnis mit regionalen Akteur _ innen , vor allem kleinen und mittleren Unternehmen(KMUs), Startups sowie sozialen und öffentlichen Organisationen, sollen regionale Innovationsökosysteme bzw. regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut und gestärkt werden. 1 Online-Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 22. März 2022, https://www.fes.de/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung/bildung/ wie-wird-die-dati-zum-erfolg(Abruf: 3.6.2022). Anforderungen an eine neue Förderung von Transfer und Innovation – Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 6— FES impuls 1
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