FrankBünte Wolfgang Spieker und seine»Denksplitter« Mit dieser Auswahl an Aphorismen und»Denksplittern«, wie er sie bescheiden nennt, nimmt uns Wolfgang Spieker(geboren 10. März 1931) mit auf eine ungewöhnliche, über fünf Jahrzehnte währende, sehr persönliche Entdeckungsreise. Sie führt uns nicht nur hinter die Fassaden der verlautbarten offiziellen Gewerkschaftspolitik, der der gelernte Jurist, Syndikus und Mitbestimmungsexperte fast dreißig Jahre lang verpflichtet war. Viel mehr noch öffnet sie uns den Blick aufeinen Menschen, der in kreativer, treffsicherer Verknappung ein bemerkenswertes Protokoll der Zeitund Selbstbeobachtung geschrieben hat. Im raschen Wechsel, in großer Vielfalt und mit ebenso scharfer wie sensibler Beobachtungsgabe hat Wolfgang Spieker in seinen insgesamt 10.418 »Denksplittern und Formulierungsversuchen« Kritisches und Nachdenkliches, Ketzerisches und Bizarres, Humoriges, Ironisches, Skurriles und Prophetisches zusammengetragen. Von 1959 bis zu seinem Todestag am 30. August 2009 flossen ihm Woche für Woche vier bis fünf»Denksplitter« aus der Feder. Man weiß nicht, was an diesem Mammutwerk mehr zu bewundern wäre: die eiserne Disziplin und Ausdauer, mit der er Tag für Tag seine Selbsterkundungen niedergeschrieben hat, oder die große Bandbreite der Themen, die Vielgestaltigkeit seiner Interessen, von Mitbestimmung und Tarifpolitik über die Defensivtaktik im Tennissport bis zu den Tücken einer Fahrradklingel oder der Liebe zur Hobbybastelei. 11
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten