tenliebe«, flankiert von Chancengleichheit und Gerechtigkeit, zeigt er in seinen»Denksplittern« im Hinblick auf die Praxis der Mitbestimmung doch eher Skepsis. Auch für ihn ist die Mitbestimmung eine»Schlüsseltechnologie des Soziallebens«. Dennoch ist er Realist und Pragmatiker genug, um zu erkennen, dass Mitbestimmung im Unternehmen»bei weitem nicht einen Solidarisierungseffekt bei den Arbeitnehmern erzeugen kann, wie wir ihn bei der gewerkschaftlichen Tarifpolitik immer wieder erleben.« Als einem der beiden Geschäftsführer des WSI wurde Spieker im Jahre 1986 die unangenehme Aufgabe zuteil, einen für die offizielle DGB-Linie missliebigen, d.h. zu technologie-kritisch gewordenen WSI-Referenten mit Hilfe des Arbeitsrechts zu kündigen. Obwohl ihm von Anfang an klar war, dass diese Aufgabe vor Gericht erfolglos bleiben musste, erfüllte der Justiziar diesen Auftrag loyal, wenn auch gegen seine innere Überzeugung. In der Öffentlichkeit wurde er dafür hart kritisiert. Mehr noch aber wurmte ihn, dass ihm vom DGB-Vorstand niemals Rückendeckung gegeben oder gar gedankt worden wäre. Auf diese schmerzliche Erfahrung bezieht sich sein »Denksplitter«-Tagebuch, wenn es heißt:»Die Lösung schwieriger Personalfragen bringt selten Freude, kaum jemals offenen Beifall oder gar Ruhm, dafür aber fast immer Ärger.« Im Zuge der Überführung des WSI in die Hans- Böckler-Stift:ung 199311994 musste Spieker als inzwischen alleiniger Geschäftsführer (Prof. Heinz Markmann war zuvor in den Ruhestand gegangen) viele Mitarbeiter in neue Jobs vermitteln, sich aber auch von langjährigen Angestellten trennen. Eine Herkules-Arbeit, die ihn, den »Pflichtmenschen«, physisch und psychisch an seine Grenzen führ18
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