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Daten für die Circular Economy : wie zirkuläre Daten-Governance nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht
Entstehung
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Dominik Piétron, Philipp Staab, Florian Hofmann Daten für die Circular Economy Wie zirkuläre Daten-Governance nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht AUF EINEN BLICK Die Circular Economy gilt als Wirtschaftsmodell der Zukunft. Nur wenn Materialien wiederver­wendet und die Lebensdauer von Produkten konsequent erhöht wird, können CO 2 -Emissio­nen und Ressourcenverbrauch der Wirtschaft auf ein verträgliches Maß gesenkt werden. Eine kluge Datenpolitik kann helfen, die Circular Economy zu bauen. Je mehr Informationen über die Zusammensetzung, Verwendung und Umwelteffekte von Produkten verfügbar sind, desto leichter können Circular-Economy-Syste­me entstehen. Damit diese Informationen für alle zugänglich sind, müssen Hersteller und Be­treiber zum Teilen von Produktdaten verpflich­tet werden. Digitale Produktpässe und öffentli­che Produktdatenplattformen spielen hierbei eine Schlüsselrolle. 1. EINLEITUNG Daten sind eine Schlüsselressource der Zukunft. Entspre­chend hat die Europäische Union Daten in den vergangenen Jahren zum Gegenstand zahlreicher Regulierungsinitiativen gemacht, und ihre Datenpolitik beeinflusst die informationel­len Strukturen aller Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Aber obwohl die Veränderung unserer natürlichen Lebens­grundlagen durch den Klimawandel und die Ausbeutung ­natürlicher Ressourcen stetig zunehmen, spielen ökologische Ziele wie die Verringerung der CO₂-Emissionen, die Steige­rung von Ressourceneffizienz oder die Vermeidung von Ab­fall in den europäischen Datenregeln bisher keine Rolle. Das aber überrascht umso mehr, als in der Nachhaltigkeits­forschung die Bedeutung von Daten für den ökologischen Wandel der Wirtschaft regelmäßig betont wird. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Gestaltung der so­genannten Circular Economy 1 , also ein Wirtschaftsmodell, das darauf ausgelegt ist, Produkte und Materialien so lange und so intensiv wie möglich zu nutzen und so den Ressour­ceneinsatz, die Emissionen und das Abfallaufkommen zu ­minimieren. Das Management von Daten gilt in der For­schung zur Circular Economy als wichtiges Instrument, um die ökologischen Kosten eines Produkts entlang des gesamten Lebens­zyklus zu erfassen und die Materialeffizienz zu stei­gern. Bis heute gibt es allerdings keine umfassende Aufstel­lung darüber, welche Daten genau benötigt werden, um ­Circular-Economy-Systeme zu ermöglichen und zu fördern und wie diese Daten zuverlässig gesammelt und verfügbar ­gemacht werden können. Mit dem vorliegenden Papier möchten wir aufzeigen, wie eine systematische Datenpolitik für die Circular Economy ­gestaltet werden könnte, inklusive einer Verpflichtung zum Teilen von Produktdaten. Wir argumentieren, dass Daten­Governance also ein Regelwerk, das präzise festlegt, wie produktbezogene Informationen erzeugt, gespeichert, ver­wendet und geteilt werden müssen eine wichtige Maßnah­me darstellt, um den Übergang von linearer zu zirkulärer Wertschöpfung in Europa zu ermöglichen. 1 Wir verwenden hier den englischen Begriff der Circular Economy, da dieser inhaltlich einen weitreichenderen Ansatz der Zirkularität umfasst als der deutsche Begriff der Kreislaufwirtschaft, der vor allem auf Recyclingprozesse von Produkten und Materialien fokussiert. In einer Circular Economy sollen Produkte und die auf ihre Attribute speziell zugeschnittenen Dienstleistungen so designt werden, dass sie deutlich intensiver und länger genutzt werden können. Produkte sollen repariert, aufgerüstet, wiederveräußert, wiederaufbereitet und für möglichst viele Men­schen verfügbar und nutzbar gemacht werden. Daten für die Circular Economy Wie zirkuläre Daten-Governance nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht FES impuls 1