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Finanzen und Fernsehen : wie das Kreditdesaster Obama trotz ausgeglichener TV-Debatten stärkt
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Finanzen und Fernsehen Wie das Kreditdesaster Obama trotz ausgeglichener TV-Debatten stärkt Senator Obama hat laut Gallup-Umfrage vom 4. Oktober 50 Prozent der Stimmen sicher. Er konnte seinen Vorsprung auf 182 sichere und 78 wahrscheinliche Wahlmännerstimmen ausbauen. Ca. 115 Wahlmännerstimmen sind noch in den so genannten battlefield states umkämpft, wobei Obama noch mindestens 10 Stimmen zum Sieg benötigt. McCain jedoch ist stark in Bedrängnis geraten, so dass er das umkämpfte Michigan bereits aufgegeben hat, um sich auf die anderen battlefields in Ohio, Colorado, Indiana, North Carolina, Missouri und Florida zu konzentrieren. Anders als ursprünglich vorausgesagt, verdrängt das Finanzdesaster alle anderen Themen, wie die Außenpolitik, insbesondere Irak und Pakistan/Afghanistan, aber auch die Debatte um Klimawandel und Energiepolitik sowie Wertethemen. Die letzte Woche war an Dramatik nicht zu überbieten: Nachdem sich die Administration gemeinsam mit den Demokratischen Mehrheitsführern im Kongress auf einen Rettungsplan für die Banken verständigt hatte, ließen konservative Republikaner und progressive Demokraten diesen Plan am Montag(29.09.) im Abgeordnetenhaus durchfallen. Panik breitete sich aus, der Dow Jones fiel um 777 Punkte und es hagelte massive Kritik an der politischen Führung, nicht zuletzt aus dem Ausland. Die Verantwortlichen wählten daraufhin eine neue Strategie, ergänzten den Plan, indem die Gewährleistung der Bankguthaben durch den Staat von$100.000 auf$250.000 angehoben und weitere Steuersenkungen festgelegt wurden. Da im Senat mit einer Mehrheit zu rechnen war, verabschiedete dieser dann am Mittwoch(31.09) den 700 Milliarden US-$ schweren Plan. Die Senatoren Obama und McCain stimmten trotz Wahlkampf persönlich zu und appellierten an die Abgeordneten in beiden Lagern ihrem Beispiel zu folgen. Am Freitag(3.10.) stimmte schließlich auch das Abgeordnetenhaus dem bail-out Plan zu, obwohl die grundsätzlichen Bedenken vom Montag nicht ausgeräumt waren. Einig sind sich die Experten, dass es bei weitem nicht beinur 700 Milliarden bleiben wird. Ende September trafen Senatoren McCain und Obama überschattet vom Zusammenbrechen verschiedener Banken das erste Mal bei einem TV Duell aufeinander. Die Debatte ging unentschieden aus, wobei die Performanz der beiden Kontrahenten sich stark unterschied: McCain agierte aggressiv, emotional und besserwisserisch. Obama jedoch wirkte wie der Junior, der sich durch einen sachorientierten, manchmal fast distanzierten Stil auszeichnete. Diesen goutierten viele, aber sicherlich nicht alle Wähler, da er denjenigen, die massiv durch die Kredit- und Häuserkrise, inzwischen aber auch Jobkrise angeschlagen sind, zu elitär erscheint. Sie vermissen die Empathie des Demokraten für ihre desolate Situation, die Familien in den wirtschaftlichen Abgrund treibt. Jedoch wird in der öffentlichen Debatte immer deutlicher, dass das Desaster nicht nur von der Wall Street, sondern auch durch dasÜber-die­Verhältnisse-Leben vieler Amerikaner, das vor allem unter der Bush-Administration ermutigt wurde, verursacht worden ist.