PERSPEKTIVE| FES ARGENTINIEN Argentinien zurück in der Welt – aber in welcher? DÖRTE WOLLRAD November 2018 n Der Wandel von importsubstituierender Binnenmarktentwicklung zu neoliberaler Marktöffnung ist historisch gesehen nicht neu. Doch obwohl wirtschaftlich wie sozial erfahrungsgemäß langfristig wenig erfolgreich, setzte Argentiniens Präsident Mauricio Macri wieder auf die Kraft globaler Märkte. n Argentiniens aktuell steigende Inflation, sinkende Nachfrage, Spekulationen und Kapitalflucht sind Probleme, die seitens der Regierung mit oft widersprüchlichen Politiken angegangen werden. Das angestrebte Entwicklungsmodell bleibt unklar – trotz großen Reformbedarfs. Arbeitslosigkeit und Armut steigen; die soziale Konfliktivität nimmt zu. n Während Mauricio Macri zum Zeitpunkt des Regierungswechsels 2015 über relativ viel Rückhalt innerhalb der Bevölkerung verfügte, sind seine Umfragewerte mit der anhaltenden Krise stark gefallen. Insbesondere der IWF-Kredit und die daran geknüpfte rigide Austeritätspolitik lösen bei Argentinier_innen traumatische Erinnerungen aus. n Die Präsidentschaftswahl 2019 gilt aus Sicht Macris jedoch keineswegs als verloren, denn das peronistische und das»linke Lager« sind gespalten. Die Wahl wird daher entscheidend von der Strategie der Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner abhängen.
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