FACTSHEET Abwanderung verstehen – Rückkehr gestalten In den letzten Jahren ist der Bedarf an Fachkräften in Deutschland rasant gestiegen. Zugleich verlässt ein erheblicher Teil von Zugewanderten das Land wieder – trotz vorhandener Qualifikation und Berufserfahrung. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Attraktivität Deutschlands als Lebens- und Arbeitsort auf. Wer kommt, muss auch bleiben wollen – und können. Unsere Studie„Willkommen zurück?“ zeigt: Abwanderung hat nicht nur mit beruflichen Alternativen im Ausland zu tun, sondern ist stark von der gesellschaftlichen Realität in Deutschland geprägt. Abwanderungsfaktoren(Push-Faktoren) in Deutschland * Mehrfachauswahl möglich, Angaben in Prozent, absolute Zahlen in Klammern Abb. 1 nicht zu Hause/wohlgefühlt Unzufriedenheit mit Sozialleben in Deutschland Gefühl, nicht willkommen zu sein in Deutschland Diskriminierungs-/Rassismuserfahrung Unzufriedenheit mit politischer/ gesellschaftlicher Situation hohe Lebenshaltungskosten/Steuern Unzufriedenheit mit Arbeitsbedingungen/Bezahlung schlechte Karrieremöglichkeiten Arbeitslosigkeit schlechtes Bildungs-, Sozialund Gesundheitssystem aufenthaltsrechtliche Gründe Schwierigkeiten, deutsche Sprache zu lernen Wunsch nach persönlicher Veränderung war so geplant(z. B. Studium beendet) nichts davon 0 % 38,1 %(160) 31,0 %(130) 27,4 %(115) 23,8 %(100) 22,1 %(93) 26,9 %(113) 22,9 %(94) 19,5 %(82) 9,5 %(40) 11,2 %(47) 11,2 %(47) 16,4 %(69) 16,0 %(67) 11,0 %(46) 12,9 %(54) 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % 35 % 40 % Quelle: Eigene Berechnungen und Darstellung nach Umfrage 2024© Minor.* Antwort auf die Frage:„Warum sind Sie aus Deutschland abgewandert?“ Keyfindings Die Entscheidung über Abwanderung ehemals Zugewanderter aus Deutschland und ihre mögliche Rückkehr hängt weit weniger von rein wirtschaftlichen Faktoren ab – vielmehr spielen soziale Teilhabe, ein Gefühl der Zugehörigkeit, gelebte Willkommenskultur und die daraus erwachsende Lebenszufriedenheit eine zentrale Rolle. Viele der befragten Fachkräfte kamen ursprünglich wegen guter Arbeits- und Ausbildungschancen, erlebten jedoch soziale Isolation und fehlenden Anschluss. Auf Teilhabe am Arbeitsmarkt folgt also nicht automatisch soziale Teilhabe – wie häufig angenommen. Abwanderungsentscheidungen sind entsprechend maßgeblich von psychosozialen Faktoren geprägt,
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