Der doppelte Backlash – die Polarisierung der Geschlechter als Aufgabe der politischen Bildung von Stefanie Elies Keinen Tag war Donald J. Trump erneut Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, da erließ er im Januar 2025 ein Dekret, nach welchem es fortan in den USA nur noch zwei Geschlechter geben solle – angeblich zum Schutz von Frauen vor extremistischer„Gender-Ideologie“. Zuvor konnte er 45% der weiblichen Stimmen auf sich ziehen, ungeachtet sei ner Verurteilung für sexualisierte Gewalt, ungeachtet seiner offenen Frauenfeindlichkeit. In Deutschland haben 2025 die Frauen mehrheitlich die CDU/CSU ge wählt, und zwar 27%. Mit jeweils 18% liegen SPD und AfD bei der Gunst der Wählerinnen weit dahinter, aber erstmals gleichauf. Dabei unterlegen Studien, dass Frauen in Deutschland mehrheitlich progressiv eingestellt sind. Ihnen sind die vorhandenen strukturellen Benachteiligungen und die fortbestehenden Gender Gaps sehr wohl bewusst. Soziale Ungerechtigkeiten nehmen sie nicht nur stärker wahr, sie adressieren sie auch und verfolgen insgesamt ein progressiveres Gesellschaftsbild als Männer, so auch die Analyse“Die progressive Macht der Frauen“( www.fes.de/lnk/5n2 ). Nur schlägt sich all das nicht mehr eindeutig im Wahlverhalten wieder. Bewegen wir uns auf eine politische Polarisierung der Geschlechter ( www.fes.de/lnk/5n3 ) zu? Am größten fällt der Political Gender Gap an der Wahlurne zur Bundestagswahl 2025 bei den jüngsten Wähler_innen aus. In der Altersgruppe 18 bis 24 sind die Unterschiede bei der Linken, der FDP und AfD besonders stark ausgeprägt. Die Linke wurde bei den unter 25-Jährigen von 35% der Frauen und 16% der Männer gewählt, die AfD hingegen von 27% der Männer und 15% der Frauen. 28 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
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Demokratie braucht Methode : von A wie Aufsuchen bis Z wie Zukunftshandeln
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