Das haben wir aus dem Projekt gelernt: Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick Arbeiterklasse ist mehr als der Mann im Blaumann: Die Arbeiter_innenklasse, das sind die, die„das Band am Laufen halten“. Dachte man früher zunächst an körperlich arbeitende Menschen, oftmals im Gewand von Handwerk oder Produktion, gehört heutzutage auf jeden Fall der Dienstleistungsbereich ebenfalls dazu. Aber wenn man den Blick auf die finanzielle Situation und belastenden Arbeitsbedingungen richtet, sollten zumindest auch Bürokräfte sowie Kleingewerbetreibende und Soloselbstständige nicht vergessen werden. In allen Erwerbsklassen gibt es Abstufungen nach Gehalt und gesellschaftlicher Anerkennung. Menschen sind sich der Tatsache sehr bewusst, dass innerhalb einer Tätigkeitsgruppe große Unterschiede vorhanden sind, abhängig von dem/der Arbeitgeber_in, bei dem/der man angestellt ist, oder davon, ob die Arbeitnehmenden eine Tarifbindung genießen. Diese Diversität mag Die Arbeitswelt ist diverser, weiblicher und auch migrantischer geworden. einer der Gründe sein, warum kaum eine politische Mobilisierung über Erwerbsklassen hinweg stattfindet. Doch ist das nicht gleichbedeutend damit, dass Klassenbewusstsein keine Rolle mehr spielt. Ganz im Gegenteil besteht ein sehr feines Gespür dafür, was gerecht ist und was nicht. Die Arbeitswelt ist diverser, weiblicher und auch migrantischer geworden. Sie umfasst nicht nur die Produktion, sondern zunehmend ebenso Dienstleistungen, Bürokräfte und auch Solo-Selbstständige, die oft in abhängigen Vertragsverhältnissen stecken. Und natürlich ist Arbeit nicht nur Erwerbsarbeit, sondern eben gleichfalls oft unbezahlte Arbeit, wie sie sehr oft insbesondere von Frauen in unserer Gesellschaft geleistet wird. Den Stellenwert von Arbeit erkennen und anerkennen Es besteht ein grundsätzlich positiver Blick auf Erwerbsarbeit: Zwei Drittel der Befragten sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden, 85% sind stolz auf ihre Arbeitsleistung. Ein sicherer Arbeitsplatz und ein angemessenes Einkommen rangieren in der Priorität ganz oben, dicht gefolgt – und ebenso als sehr wichtig eingestuft – von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 54% der Befragten wünschen sich eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, 23% lehnen diese ab; Gehaltseinbußen werden nur in denjenigen Berufsklassen in Kauf genommen, die ihre finanzielle Situation eher positiv betrachten. 54 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
Druckschrift
Demokratie braucht Methode : von A wie Aufsuchen bis Z wie Zukunftshandeln
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten