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Gender Glossar : 100 Begriffe zu Gender
Entstehung
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Gendern Gendern ist ein Verb und hat seinen Ursprung in dem englischen Substantiv the gender, übersetzbar mitdas Ge­schlecht. Das deutsche Verbgendern bedeutet, das Geschlecht sprachlich sichtbar zu machen, sei es das von Männern oder von Frauen oder von allen Geschlechtern. Ein Beispiel macht klar, worum es geht: Eine Per­sonenbeschreibung ist maskulin und ist deshalb männlich gegendert. Soll dieses Wort auch für Frauen stehen oder für alle Geschlechter, so bedeutet dies im Kontext von gendersensiblem Sprachgebrauch: Diese Personenbe­schreibung muss gegendert werden. Sie ist eigentlich schon gegendert, nämlich männlich, aber dies ist ein ­seitig und in diesem Zusammenhang nicht erwünscht. Das Gendern erfolgt durch verschie­dene Methoden: Beidnennung: Die männliche und die weibliche Bezeichnung werden hintereinander genannt. Die Reihen ­folge kann umgekehrt sein, abhän ­gig vom gewünschten Inhalt. Sichtbarmachen der Vielfalt der Geschlechter: Dies erfolgt durch Hinzufügen eines Genderzeichens in einer Personenbezeichnung. Es steht zwischen dem männlichen Wortteil und vor dem Anhängsel -innen, das die Weiblichkeit markiert. Es kann der Genderstern, der Gender­doppelpunkt, der Gendergap oder ein anderes dafür vorgesehenes Zeichen sein. Geschlechtsneutrales Texten: Durch Umschreibungen, Relativsätze, Abstraktionen oder Partizipien wird kein Geschlecht hervorgehoben. Dies empfiehlt sich dann, wenn dies für die inhaltliche Aussage nicht erfor­derlich ist. Gendern ist zum negativ besetzten Reizwort geworden. In der hitzig ge ­führten Debatte zur gendersensi ­blen Sprache richtet sich die Kritik vor allem gegen den Genderstern. Wie alle Genderzeichen ist der Stern mit den deutschen Rechtschreibregeln nicht konform; er wird als Fremdkörper wahrgenommen. Auch das Gendern beim Sprechen mittels des Glottis­schlags, also eine minimale Sprech­pause an der Stelle, an der das Genderzeichen sitzt, erzeugt Unmut, genauso wie neugeschöpfte Partizipien. Gendersensibles Schreiben und Spre­chen kann auch mit herkömmlichen Mitteln der deutschen Sprache erfolgen und fällt dann nicht als Gendern auf, obwohl es Gendern ist. 68 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.