→ Toxische Maskulinität Der Begriff kritisiert nicht etwa Männ lichkeit als solches, sondern eine Art des Männlich-Seins, die als schädlich und vergiftend, mithin toxisch wahrgenommen wird. Dieses übersteigerte männliche Verhalten schadet der Ge sellschaft wie auch Männern selbst. Toxische Maskulinität gehört seit →#Metoo zum feministischen Vokabular und wird als Zeichen einer nach wie vor patriarchalen Gesellschaft gesehen, die auf dominante Männ lichkeitsbilder und ihre machtvolle Durchsetzung baut. Für den Einzelnen steckt dahinter oft die Angst, Privilegien zu verlieren oder kein richtiger Mann zu sein. Gefühle von Schwäche werden unterdrückt. Aggressives Auftreten, Kontrollwahn, Dominanz, Übergriffigkeit und Gewalt sind prägende Merkmale. Die eigene Über legenheit wird durch Frauenfeindlichkeit und Homophobie demonstriert, bis hin zum„Recht“ auf sexuelle Aggression, etwa als → Pick up Artist . Der umstrittene Begriff wurde in der Männerbewegung der 1980er und 90er Jahre geprägt und wanderte von da in die Soziologie, Psychologie und Geschlechterforschung. Der Erwartungsdruck ist hoch: Ein Mann redet nicht über seine Gefühle und braucht keine Hilfe. Auf der persönlichen Ebene führt toxische Männlichkeit zur Selbst schädigung durch einen schlechten Umgang mit dem eigenen Körper, etwa durch Vermeiden von Arztbesuchen, Verneinen von Depressionen oder Neigung zu Suchtverhalten. → Vom Singular zum Plural: Männlichkeit im Wandel Walter Hollstein, In: Aus Politik und Zeitgeschichte 40(2012). https://www.bpb.de/apuz/144849/vom-singular-zum-plural-maennlichkeit-im-wandel → Progressive Männlichkeit – mehr als ein Wunschtraum? Philipp Kauppert, FES, 2025. https://library.fes.de/pdf-files/pbud/22102.pdf Gender Glossar – 100 Begriffe zu Gender 157
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