Buch 
Wege zur Zukunftsfähigkeit : strategische Industriepolitik für Baden-Württemberg
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

­Chancen und Risiken der Industrie Baden-Württembergs entlang Tab. 7 der Umfeldszenarien Szenarien Chancen Risiken (1) Two-Men-Show Erschließung von Drittmärkten(afrikanische Staaten, Indien, ASEAN) als Diversifizierung jenseits von G2 Stärkung des EU-Binnenmarktes(unter der Bedingung schnellerer EU-Entscheidungs­prozesse) Digitale Souveränität und europäischer Datenraum als EU und deutsche Priorität schaffen Wertschöpfungschancen für BaWü(insb. für Elektroindustrie) Verteidigungsindustrie als Wachstumsfeld Rückzug auf EU-Binnenmarkt mit deutlich geringeren Absatzvolumina, insbesondere bei Automobilindustrie Marginalisierung der Autoindustrie bei glo­baler Standardsetzung durch USA und China Überkapazitäten und Dumping durch Produkte aus China, Gefahr gerade für Chemiebranche Verlagerung von Produktion und F&E, insbe­sondere bei Elektroindustrie, nach USA und China Metallbranche durch Rohstoffknappheit und Energiepreise geschwächt (2) Weltordnung made in China Stärken stärken, um punktuell wettbewerbs­und damit strategiefähig gegenüber China zu bleiben(z. B. bei autonomem Fahren oder bei Robotics am Beispiel von NEURA im Maschinenbau) Metallerzeugnisse wichtiger für China als Werkbank Cleantech als Chance für Wettbewerbsfä­higkeit und Resilienz(defossilisierte Kunststoffe, Kreislaufwirtschaft, insbeson­dere bei Batterien) Erneuerbare Energien als notwendige Bedin­gung für Energieunabhängigkeit Rolle deutscher Autoindustrie als Erfüllungs­gehilfe Chinas Produktion(und Forschung und Entwicklung von Schlüsselkomponenten vollständig in China(z. B. Batterie, Software, Halbleiter) Verschwinden von Wertschöpfungsketten, insbesondere bei Chemie, mehr Abhän­gigkeit von China Industriespionage als Risiko Risiken durch große Abhängigkeit von Chips aus Taiwan (3) Fünf-Körper­Problem Automobil- und Elektroindustrie als lokale Champions, weniger Konkurrenzdruck, aber auch kleinerer Markt Steigende Bedeutung von Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Aufbereitungsanlagen bei Ressourcen und Kreislaufwirtschaft bei Produktdesign als notwendige Bedingung Gesicherte Energieversorgung im EU-Block möglich und erforderlich Deglobalisierung: Fragmentierung in Regu­lierungsräume, z. B. für Autoindustrie, prob­lematisch beim Export Komplette Umorientierung auf Blockwirt­schaft erforderlich, weil keine Sicherheit über Bündnisstrukturen Bestimmte Schlüsseltechnologien kommen nicht mehr aus EU Kontrolle strategischer Ressourcen als wich­tiges Machtinstrument der Pentarchie, feh­lende Aufbereitungsanlagen als Problem (und Chance für die Landesebene) (4) Jenseits der Staaten Verteidigung und Privatisierung staatlicher Aufgaben als neue Märkte Lokale Kooperationen mit NGOs und Städten für resiliente Räume KI und Cybersicherheit als Überlebens­technologien Kreislaufwirtschaft für lokale Autarkie Lokale Beschaffung/Lieferstrukturen) als Chance(z. B. für Chemie) Investitionssicherheit und Forschungsanreize deutlich geringer KMU auf Schutzmächte oder Konzerne angewiesen Märkte werden lokaler, aber auch kleiner Innovationsverlust durch fehlenden Austausch 18 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.