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Sozialstaat und Soziale Demokratie
Entstehung
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3.3 Leistungsgerechtigkeit Dasjenige Gerechtigkeitsprinzip, das in den Augen der meisten Men­schen am ehesten geeignet ist, unterschiedliche Verteilungen zu recht­fertigen, ist die Leistungsgerechtigkeit. Leistungsgerechtigkeit(oder: das Verdienstprinzip) fordert, gleiche Leistungen gleich und ungleiche Leis­tungen ungleich zu behandeln. Ein typisches Beispiel für diese Gerech­tigkeitsmaxime ist die ForderungGleicher Lohn für gleiche Arbeit!. Die Sozialdemokratie hat um ein zähes Vor­urteil, das immer mal wieder gegen sie in Stel­lung gebracht wird, zu widerlegen Unterschie­de in der Verteilung von Gütern und Ressourcen immer als legitim betrachtet. Solange diese in einem spezifischen Bedürfnis oder Verdienst be­gründet sind oder auf wahrnehmbaren, erkenn­baren und bewertbaren Leistungsdifferenzen basieren. (Thierse 2005: 14) Hohe Akzeptanz Es ist allerdings oft gar nicht so einfach zu sagen, wie genau die Leis­tung oder das Verdienst festgestellt werden soll. Ist es gleichbedeutend mit dem Ergebnis der Tätigkeit? Oder mit der Anstrengung(also Mühe und Fleiß), die mit der Tätigkeit verbunden war? Und: Welche Rolle spie­len unterschiedliche Talente bei der Bewertung der Leistungen? Sollten besondere Begabungen die man in die Wiege gelegt bekommt und für die man also nichts geleistet hat belohnt werden oder nicht? Nur Gott, der weiß, welche Geheimnisse in den Herzen der Menschen wohnen, wäre in der Lage, die notwendigen Verteilungen vorzunehmen. Wären es menschliche Wesen, die diese Aufgabe zu erfüllen hätten, dann befände sich der Vertei­lungsapparat sehr bald in den Händen einer Schar von Aristokraten(so würden sie sich sel­ber nennen), die genau wüssten, was unter gut, besser, am besten und unter besonders ver­dienstvoll zu verstehen sei, und die für die man­nigfaltigen Vorzüge und Verdienste des Rests ih­rer Mitbürger blind wären. (Walzer 2006: 56) Frage: Was ist Leistung? Befragungen und Experimente zeigen, dass die Mehrzahl der Men­schen Leistung als Kombination aus drei Faktoren versteht: Ergebnis, Anstrengung und Begabung. Dabei sind das Ergebnis und die An­strengung die wichtigsten Faktoren. Ergebnis, Anstrengung, Begabung 3. Gerechtigkeit im Sozialstaat 27