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Der Kirchturm und sein Horizont : Identität und Grenzen Europas
Entstehung
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Eurokolleg 42(1999) Der Kirchturm und sein Horizont Identität und Grenzen Europas Von Michael Dauderstädt Europas flexible Grenzen und künstliche Identität Die Identität der EU eine Geschichte von Erweiterungen und Vertiefungen Die erste Identität der EU: Club der Nationen Identität ohne Bürger Europäische Identitäten ein Mehrebenenmodell Gemeinsame Ziele unterschiedliche Erfolge Der richtige Raum zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen Identität und Erweiterung: bürgerfern und weltoffen Kirche, Festung, Rathaus, Supermarkt: andere Identitäten, andere Grenzen Europa ohne Ende Zusammenfassung: 1. Europa ist mehr und gleichzeitig we­niger als die Europäische Union(EU). Geographisch größer und in seinen kul­turellen und politischen Assoziationen diffuser, fällt es was rechtliche und in­stitutionelle Ausformung, Gemeinsam­keit der Ziele und Handlungsfähigkeit betrifft weit hinter die EU zurück. In den Augen vieler Nachbarländer hat deshalb die EU schon Europa ersetzt. Mittel- und Osteuropas „Rückkehr nach Europa“ reduziert und konzentriert sich auf den Wunsch nach einem baldigen EU-Beitritt. 2. Religionen und Imperien haben den Europabegriff benutzt, um ihre Herr­schaft zu legitimieren und zu sichern. Ihr Aufstieg und Fall hat Europa mit Bruchlinien durchzogen, die zwar noch immer nachwirken, aber kaum zu einer heute noch sinnvollen Abgrenzung Eu­ropas dienen können. Europa baut auf dem Reichtum seiner vielfältigen Tradi­tionen auf, zu denen auch das schein­bar Fremde unverzichtbares beigetra­gen hat, um Europas „exzentrische Iden­tität“ zu formen. 3. Die viel kürzere Geschichte der EU hat die ursprüngliche Wirtschaftsge­meinschaft der sechs bis zur Unkennt­lichkeit verändert. Die keynesianisch­korporatistische Veranstaltung der ka­Reihe Eurokolleg 42(1999) 1