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Stiftung Medientest : Transparenz und Vertrauen als ökonomischer Motor der Informationsgesellschaft
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FES-Analyse Informationsgesellschaft 3 Stiftung Medientest Transparenz und Vertrauen als ökonomischer Motor der Informationsgesellschaft Eva Günther Die Transparenz der Angebote ist eine wesentliche Voraussetzung, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und so die Potentiale der Informationsgesellschaft besser ausschöpfen zu können. Lösungsansätze müssen grenzüberschreitend angelegt sein und eine breite Akzeptanz aller Betei­ligten, sowohl der Nutzer- wie der Anbieterseite, sicherstellen. Freiwillige, selbstfinanzierte Regulierungen, die die Vielzahl bestehender Modelle wieGütesie­gel bewerten und vernetzen, sind neuen, öffentlich finanzierten Kontrollinstitutionen vorzuzie­hen. Aufgabe der Politik ist die internationale Flankierung mit dem Ziel der Initiierung eines möglichst starken, international anerkannten Modells mitLotsenfunktion für die Nutzer neuer Medien. Die Nutzer der neuen Medien sind verunsichert durch die Angebotsvielfalt, unklare und schwer nachvoll­ziehbare Rahmenbedingungen wie z.B. international unterschiedliche Verbraucher- oder Jugendschutzre­gelungen sowie Probleme bei der Einschätzung der Seriosität eines Anbieters. Bisher genutzte Ansätze wie nationalstaatliche Schutzstandards oder freiwillige Selbstregulierungen bieten angesichts von Globalisierung, finanziellen Restriktionen und der Vielzahl an Initiativen mit zudem starker Anbieterorientierung nur begrenzt Orientierung und Schutz. Die ursprüngliche Konzeption einer Stiftung Medientest ist zu eng auf den Informations- und Unterhal­tungssektor zugeschnitten, mit einer rein nationalen Ausrichtung zu begrenzt und hat in Bezug auf die ange­strebte öffentliche Förderung geringe Realisierungschancen. Sie muss daher ergänzt bzw. ersetzt werden durch ein selbstfinanziertes international ausgerichtetes Modell unter Einbeziehung der Fragen des elektro­nischen Geschäftsverkehrs. Um einer Zersplitterung der Initiativen entgegenzuwirken, sollte von der politischen Ebene, bevorzugt im internationalen Rahmen wie OECD, G7 oder EU, die Einrichtung einer nutzerorientierten Vertrauens­instanz angeregt und begleitet werden, die für Nutzer als Drehscheibe und Lotse für bestehende Modelle fungiert. Öffentliche Unterstützung ist weiter denkbar bei der Entwicklung von Rahmenbedingungen wie Kriterien, der Organisation von round tables wichtiger Interessengruppen oder der Bereitstellung ver­ständlicher Informationsangebote. Herausgeber: Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung, 53170 Bonn Bad Godesberg. Fax: 0228 883 432, eMail: marlene.scharenberg@fes.de, Internet: www.fes.de/stabsabt/publ.html