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Großer Sprung in die Globalisierung : China vor dem Beitritt zur WTO
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FES-Analyse Großer Sprung in die Globalisierung China vor dem Beitritt zur WTO Jürgen Kahl Juli 2001 Mit dem Beitritt zur WTO hat die chinesische Führung die wichtigste reformpolitische Entscheidung seit Beginn der wirtschaftlichen Öffnung und Liberalisierung getroffen. China bestimmt damit künftig die Regeln des globalen Wettbewerbs mit. Gleichzeitig wird damit der schrittweise Umbau der chine­sischen Wirtschaft zu einem marktwirtschaftlichen System unumkehrbar. Die vereinbarten Zollsenkungen und der Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen verbessern die Absatzchancen für Industrie- und Agrarprodukte auf dem chinesischen Markt. Die Öffnung des Dienstleistungssektors erschließt ausländischen Unternehmen außerdem gewinnträchtige neue Betäti­gungsfelder. Die Strukturbereinigungen, die die Öffnung für den internationalen Wettbewerb unter gleichen Be­dingungen notwendig macht, verbessern in China die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wirt­schaftswachstum. Andererseits bringen sie zumindest temporär soziale Härten mit potenziell destabili­sierender Wirkung mit sich. Das politische Gewicht und die Ambitionen, die China als aufstrebende Wirtschafts- und Regional­macht in die WTO einbringt, stellen die Einigungsfähigkeit der Welthandelsorganisation und das Funktionieren der Schlichtungsverfahren in Streitfällen vor neue Herausforderungen. Die Übernahme internationaler Rechtsnormen und die Entflechtung von Staat/Partei und Wirtschaft erhöhen den Druck auf die chinesische Führung, auch das politische Herrschaftssystem für mehr Mit­bestimmung zu öffnen und der zunehmend von Entscheidungsfreiheit und Wettbewerb bestimmten Wirtschaftsordnung anzupassen. Herausgeber und Redaktion: Albrecht Koschützke, Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung 53170 Bonn, Tel.: 0228-883376, Fax: 883432, eMail: Albrecht.Koschuetzke@fes.de