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Arbeitsmarktpolitik in Dänemark
Entstehung
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FES-Analyse Arbeitsmarktpolitik in Dänemark Thorsten Braun August 2001 Dänemark gilt beschäftigungspolitisch als Vorbild in Europa. Die Arbeitslosenquote ist von über 11 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung im Jahr 1993 auf annähernd 5 Prozent im Jahr 2001 gefal­len, mithin kann Dänemark eine Vollbeschäftigungssituation wieder als realistisches Politikziel definie­ren. Der dänische Arbeitsmarkt gilt heute als einer der flexibelsten in Europa bei gleichzeitiger Sicherung eines hohen sozialen Standards. Die Kündigungsschutzregeln für Beschäftigte sind im internationalen Vergleich sehr schwach ausgebaut. Die Arbeitsmarktpolitik wird durch die Sozialparteien und von ih­ren den staatlichen Arbeitsbehörden zugeordneten drittelparitätisch von Gewerkschaften, Arbeitge­bern und staatlichen Vertretern besetzten Gremien erheblich beeinflusst. Im Vergleich zu den übrigen europäischen Ländern ist die Erwerbsbeteiligung in Dänemark sehr hoch. Die Erwerbsquoten von Männern und Frauen lagen 1999 mit 81,2 Prozent und 71,6 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt von etwa 62 Prozent. Als Hauptanker der neuen Arbeitsmarktpolitik wurde ein relativ hohes Einkommensniveau erhalten, Ausdruck der auf Gleichheit ausgerichteten sozialdemokratischen Einkommens- und Arbeitsmarktpo­litik. Eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit sollte weder durch eine Senkung der Leistungen für Ar­beitslose, noch der Mindestlöhne herbeigeführt werden. Im Rahmen sozialpolitischer Reformmaßnahmen mit Einfluss auf die Arbeitsmarktpolitik kam es 1998 zu einer umfassenden Reform der Sozialgesetzgebung u.a. mit einer engeren Verknüpfung von Rech­ten und Pflichten der Anspruchsberechtigten. Für Arbeitslose und Geringqualifizierte wurden die Barrieren beim Zugang zum Arbeitsmarkt bzw. sich dort zu etablieren, geringer. Im Bereich der passiven Arbeitsmarktpolitik wurde die Bezugsperiode von Arbeitslosengeld von theo­retisch bis zu neun Jahren auf nurmehr ein Jahr schrittweise verkürzt. Drei weitere Jahre besteht der Anspruch auf Leistungen nur bei aktiver Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Erzie­hungsjahr und das inzwischen wieder abgeschaffte Sabbatical wurden eingeführt. Die aktive, besseraktivierende Arbeitsmarktpolitik konzentriert sich auf individuelle, auf Bedürf­nisse und Potenziale des Arbeitslosen und des Arbeitsmarktes zugeschnittene Maßnahmen wie Bera­tungs- und Bewerbungskurse, Fortbildung, Jobtraining oder Jobrotation. Besonders erfolgreich sind direkte Kontakte zwischen Arbeitssuchenden und Betrieben bei Praktika oder bei der Jobrotation. Hier ersetzt mit staatlicher Förderung ein Arbeitsloser zeitweilig einen zu Sonderfortbildungen abge­stellten Arbeitsplatzbesitzer. Herausgeber und Redaktion: Albrecht Koschützke, Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung 53170 Bonn, Tel.: 0228-883376, Fax: 883432, eMail: Albrecht.Koschuetzke@fes.de