Analysen der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Informationsgesellschaft Nr. 5/2001 Telearbeit immer gefragter – Balanceakt zwischen Flexibilität und Sicherheit – Erfahrungen mit dem Telearbeits-Tarifvertrag bei der Telekom Michael Sommer Claudia Schertel • In keinem europäischen Land ist die Zahl der Telearbeiter in den letzten fünf Jahren so stark angestiegen wie in Deutschland. • Der neue deutsche Telearbeitsboom ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich die soziale und wirtschaftlich tragfähige Gestaltbarkeit dieser Arbeitsform seit Mitte der 90er Jahre im Praxistest erwiesen hat – am Ausgangspunkt dieses Lernprozesses stand vor allem der im Oktober 1995 zwischen der Deutschen Postgewerkschaft und der Deutschen Telekom AG abgeschlossene Tarifvertrag, der mittlerweile als Meilenstein in der Geschichte der Telearbeit in Deutschland gelten kann. • Im Kern geht es bei der Regulierung von Telearbeit darum, eine neue Balance zwischen Flexibilität und Sicherheit für die Beschäftigten und die Unternehmen zu finden(„flexicurity“). • Die bisherigen Erfahrungen mit der tarifvertraglichen Gestaltung von Telearbeit bei der Deutschen Telekom AG sind per saldo als sehr positiv zu bewerten – insbesondere ist die Akzeptanz bei den betroffenen Beschäftigten ausgeprägt hoch. • Die Reichweite des Instruments Tarifvertrag ist naturgemäß begrenzt – soll auch die in Perspektive stark zunehmende Telearbeit in Formen abhängiger Selbständigkeit sozial reguliert werden, so bleiben hierfür gesetzgeberische Schritte unabdingbar. Summary: Diese Analyse stellt den neuerdings erkennbaren Aufschwung der Telearbeit in Deutschland in einen ursächlichen Zusammenhang mit der Tatsache, dass sich die Regulierbarkeit dieser Arbeitsform in den letzten Jahren im Praxistest – insbesondere am Beispiel des Tarifvertrags bei der Deutschen Telekom AG – erwiesen hat. Sie skizziert die grundlegenden Prinzipien des Pilottarifvertrags und fasst die positiven Erfahrungen des Telearbeitsprojektes bei der Telekom anhand zentraler Befunde der Begleitforschung zusammen. Die Darstellung zusätzlicher Regelungsinhalte des 1998 abgeschlossenen Regeltarifvertrags wird ergänzt um ein Plädoyer für gesetzgeberische Schritte zur sozialen Regulierung von Telearbeit in Formen abhängiger Selbständigkeit. Herausgeber: Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung, 53170 Bonn – Bad Godesberg. Redaktion: Klaus Reiff Fax: 0228 – 883 432, eMail: marlene.scharenberg@fes.de, Internet: www.fes.de/stabsabt/publ.html
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Telearbeit immer gefragter : Balanceakt zwischen Flexibilität und Sicherheit ; Erfahrungen mit dem Telearbeits-Tarifvertrag bei der Telekom
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