Gender Perspektive, bürgerschaftliches Engagement und aktivierender Staat Barbara Stiegler Juni 2002 1. Gender Mainstreaming als Prinzip des Diskurses Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements wird ebenso wie die Staatsmodernisierung im Sinne des Aktivierenden Staates verstärkt zum Gegenstand öffentlicher Debatten. Diese Diskussionen greifen wichtige Zukunftsfragen auf, nicht zuletzt jene um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Gleichzeitig wächst die Aufmerksamkeit für ein neues Prinzip der Geschlechterpolitik: das Gender Mainstreaming. Gender Mainstreaming besteht in der Reorganisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluation von Entscheidungsprozessen in allen Politikbereichen und Arbeitsbereichen einer Organisation. Das Ziel von Gender Mainstreaming ist es, in alle Entscheidungsprozesse die Perspektive des Geschlechterverhältnisses einzubeziehen und alle Entscheidungsprozesse für die Gleichstellung der Geschlechter nutzbar zu machen. Gender Mainstreaming als Prinzip des politischen Denkens und Handelns könnte, angewandt auf die Debatten um bürgerschaftliches Engagement und Aktivierenden Staat, bedeuten: – An der Debatte beteiligen sich Männer und Frauen in gleichem Umfang, es gibt keine indirekte Diskriminierung eines Geschlechts bezüglich der Beteiligung. Damit ist nicht nur die geschlechtergerechte Beteiligung bei Veranstaltungen, Foren, Arbeitskreisen im quantitativen Sinne gemeint, sondern auch die geschlechtergerechte Verteilung von Ressourcen wie(Rede-)Zeit und finanziellen Mittel, etwa für Expertisen oder Forschungsprojekte.
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