tionen in das produzierende Gewerbe, welches Produkte für die Landwirtschaft erzeugte, d.h. hauptsächlich in die Erzeuger von Kunstdüngern, Pflanzenschutzmitteln und landwirtschaftlichen Maschinen. Es ist auch gelungen, die Lagerkapazität zu vergrößern sowie eine Reihe von Verarbeitungsbetrieben, wie Zuckerfabriken, Mühlen, Obst- und Gemüseverarbeitungsbetrieben und Fleischbetrieben zu modernisieren und zu entwickeln. Ziemlich gut funktionierte auch das staatliche System der Förderung von Know-how in der Landwirtschaft, das vor allem aus Wissenschafts- und Forschungsinstituten, landwirtschaftlichen und technischen Hochschulen, Berufsschulwesen und Beratungsstellen für die Landwirtschaft bestand. Dauerprobleme mit dem Mangel an Nahrungsmitteln im kommunistischen Block erzwangen bei den Machthabern eine gewisse Liberalisierung in Bezug auf private landwirtschaftliche Betriebe. Trotz der Schwierigkeiten mit der Reglementierung von Produktionsmitteln, und häufig auch der Abhängigkeit des Absatzes davon, ob ein Bauer die kommunistische Partei oder ihre Satellitenparteien unterstützte, modernisierten viele Landwirte ihre Betriebe. Aus der Zeitperspektive kann man feststellen, dass das Fehlen einer durchdachten Politik zur Verbesserung von landwirtschaftlichen Strukturen, die auf Vergrößerung der Fläche der Bauernbetriebe, Spezialisierung der Produktion oder eine Zusammenarbeit unter den Landwirten ausgerichtet war, zur Folge hatte, dass ein erheblicher Teil damaliger Investitionen ihr Ziel verfehlt hat, und die Bemühungen der Landwirte vergeudet wurden. Viele in damaliger Zeit errichtete Bauten erfüllen nicht die Anforderungen an moderne Produktionstechnologien. Zu kleine und nicht funktionelle Stallungen aus mangelhaftem Material, z.B. gedeckt mit asbesthaltigen Platten – und diese sind in den Bauernbetrieben am häufigsten zu finden – eignen sich nur bedingt zur Modernisierung für den Bedarf der künftigen tierischen Produktion. Das Wiedererlangen der Unabhängigkeit Anfang der 90er Jahre und die damit verbundene Öffnung Polens nach Außen gab der polnischen Landwirtschaft neue Impulse. So eröffnete sich die Gelegenheit, die Optionen der Restrukturierung des ländlichen Raumes in der Europäischen Union kennen zu lernen. Modifizierungen der Gemeinsamen Agrarpolitik zeigten an, was geändert werden sollte, um den europäischen Normen in der Lebensmittelproduktion gerecht zu werden und nicht aus dem internationalen Wettbewerb auszuscheiden. Jedoch ist das Wissen alleine nicht alles. Es sind finanzielle Mittel notwendig und hier stieß leider polnische Landwirtschaft auf eine Reihe von Barrieren, die schwer zu überwinden waren. Der Wirtschaftswandel in Polen nach dem Jahr 1990, der zu einem erheblichen Teil auf die Realisierung des strate31
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Wo stehen wir im Erweiterungsprozess? : Das Kapitel Landwirtschaft ; eine Veranstaltung der Erich-Brost-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 29. April 2002, Berlin
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