FES-Analyse Deutschland: Schlusslicht im alten Europa? Kritische Nachfragen und alternative Angebote Michael Dauderstädt Februar 2003 Deutschland ist nicht so schlecht wie sein Ruf. Wir sind vielleicht nicht die Weltmeister im Wachstum. Aber wir schaffen das, was andere mit hängender Zunge(d.h. langen Arbeitszeiten) schaffen, mit der linken Hand. Das vom alten Europa hochgepäppelte neue Europa bedroht nicht unseren Wohlstand, aber vielleicht seine Verteilung. Die europäische Integration in ihrer gegenwärtigen Form bringt zusätzliche Risiken für ein sozial gerechtes Europa und Deutschland mit sich. Aber der Reformbedarf liegt hier mehr in Europa als in Deutschland. Deutschland ist durch die falsch gestaltete Wiedervereinigung in eine Schieflage geraten, die zu starke Anreize für Nicht- und Schwarzarbeit geschaffen hat. Die Lohneinkommensbezieher sind einseitig die Lastenträger der Nation geworden. Diese Lasten müssen durch Aktivierung der Nichtarbeiter und Änderungen der Finanzierung(stärker durch Steuern auf einer breiteren Basis) auf mehr Schultern verteilt werden. Die Reformspielräume werden durch die europäische Integration ebenso wie durch die vom Wohlfahrtsstaat geformten Interessen und Mehrheiten eingeschränkt. Gelingt es der Politik nicht, hinreichend große Teile dieser Mehrheiten zu überzeugen, droht in der Tat eine Dauerkrise. Herausgeber und Redaktion: Albrecht Koschützke, Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung 53170 Bonn, Tel.: 0228-883376, Fax: 883432, eMail: Albrecht.Koschuetzke@fes.de
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Deutschland: Schlusslicht im alten Europa? : Kritische Nachfragen und alternative Angebote
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