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Asien nach dem Irakkrieg : Realpolitik regiert
Entstehung
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13. Juni 2003 Asien nach dem Irakkrieg: Realpolitik regiert Anja Dargatz, Dr. Urmila Goel und Marei John, FES, Bonn und Berlin Der Irakkrieg bestimmt in den meisten asiatischen Ländern nicht die politische Agenda, da innenpolitische Themen Vorrang haben. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt den Irakkrieg ab, doch die Proteste bleiben entge­gen der Vorhersagen durchweg zurückhaltend und friedlich. Auf Grund wirtschaftlicher, militärischer und politischer Abhängigkeiten und Loyalitä­ten zu den USA äußern sich die meisten Regierungen zustimmend oder moderat ableh­nend zum amerikanischen Vorgehen. Die bilateralen Beziehungen zu den USA bestimmen damit die pragmatische Position der einzelnen Staaten. Regionale Bündnisse spielten bei den Reaktionen keine Rolle. Die amerikanische Demonstration von Macht hat Folgen für die Entwicklungen in der Kaschmir- und Koreakrise. Es werden mit neuer Intensität diplomatische Lösungen ge­sucht. Die Folgen des amerikanischen Angriffskriegs auf die Akzeptanz des westlichen Demo­krat iekonzepts in Asien sind nicht eindeutig, seine Gegner gehen aber gestärkt aus der Krise hervor. Trotz der Ausrichtung ihrer Politik auf die USA wünschen sich die meisten asiatischen Staaten eine Stärkung multilateraler Organisationen wie der UN, um ein Gegengewicht zur amerikanischen Hegemonie aufzubauen. Deutschlands und Frankreichs ablehnende Haltung zum Irakkrieg wurde in mehreren asiatischen Ländern mit Sympathie aufgenommen. Die Europäische Union ist insgesamt durch ihr fehlendes einheitliches Auftr eten und ihre Unfähigkeit, Alternativen zum Irakkrieg aufzuzeigen, geschwächt aus dem Irak­krieg hervorgegangen. Gemeinsam mit den asiatischen Ländern kann die EU aber ein Gegengewicht zu den USA aufbauen, wenn praktikable Lösungen zu weltpolitischen Themen entwickelt wer­den. Gewalttätiger Protest, islamistische Terroran­schläge, eine Destabilisierung der Region wa­ren als Folge des Irakkriegs für Asien befürch­tet worden. Und tatsächlich wandte sich die Bevölkerung der Mehrheit der asiatischen Länder gegen den Irakkrieg. Die bereits beste­hende anti-amerikanische Stimmung, insbe­sondere unter Islamisten, wurde gestärkt. Trotzdem sind bisher gewalttätige Proteste und eine Zunahme von terroristischen Aktio­nen weitgehend ausgeblieben. Der friedliche Protest blieb zurückhaltend und wurde fast ausschließlich von Teilen der Bevölkerung und der jeweiligen Opposition getragen. Die meis­ten Regierungen in Asien äußerten sich mode­rat kritisch bis zustimmend zu dem Angriffs­krieg der USA. Nicht die Legitimität des amerikanischen Han­delns sondern innenpolitische und regionale Probleme prägen die politische Agenda in den meisten asiatischen Ländern. Sie bestimmten auch den Umgang mit den USA und demrakkrieg. Die Bedeutung amerikanischer Wirt­schafts-, Entwicklungs- und Militärhilfe zurLö­sung der eigenen Probleme war entschei­- 1-