Juli 2004 Wahlen auf den Philippinen- ein Drama! Beate Martin, Friedrich-Ebert-Stiftung Manila* • Am 10. Mai 2004 fanden auf den Philippinen nationale und lokale Wahlen statt. Es waren die dritten demokratischen Präsidentschaftswahlen nach dem Sturz von Ferdinand Marcos 1986. • Gewählt wurden außerdem der Vizepräsident, die Hälfte des Senats(12 Senatoren), die Abgeordneten des Parlaments(212 direkt gewählte plus 23 Vertreter der Parteilisten) sowie über 17.000 lokale Mandatsträger. • Die amtierende Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo konnte sich knapp gegen den Hauptkandidaten der Opposition, Fernando Poe Jr., durchsetzen. • Ihre nationale Koalition K4 konnte ihre Mehrheit im Senat(15 von 24) aufrecht erhalten, und ihre Partei(Lakas-CMD) ging als klarer Sieger aus den Parlamentswahlen hervor. Der Hintergrund der Wahlen Die Wahlen am 10. Mai 2004 waren die ersten Präsidentschaftswahlen nach dem Sturz des 1998 gewählten Präsidenten Joseph Estrada 2001. Am 21. Januar 2001 hatte der Oberste Gerichtshof der Philippinen die Präsidentschaft ohne juristische Grundlage vakant erklärt, und die amtierende Vizepräsidentin Gloria Macapagal-Arroyo im Amt vereidigt, nachdem das Militär am Tag zuvor Estrada die Gefolgschaft entzogen hatte. Dem ging das Scheitern eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Estrada wegen Bestechlichkeit und Korruption voraus, das am 17. Januar 2001 zu tagelangen Massendemonstrationen entlang des EDSA-Boulevards in Manila führte, der bereits Schauplatz der „People´s Power Revolution“(EDSA 1) gegen Ferdinand Marcos 1986 war. Der Sturz Estradas wird als„EDSA 2“ bezeichnet. Bisher ist Estrada nicht von einem ordentlichen Gericht verurteilt worden. Die Folgezeit war von Putschversuchen gegen Arroyo durch das in verschiedene Gruppen gespaltene Militär geprägt, in die prominente Politiker der Regierung Estrada verwickelt waren. Mit der Wahl im Mai 2004 war die Hoffnung verbunden, die latente Vertrauenskrise des politischen Systems durch zweifelsfrei demokratische Wahlen zu überwinden und die Blockade in der Legislative durch einen eindeutigen Wahlsieger zu brechen. Das philippinische Wahlsystem Sowohl der Präsident als auch der Vizepräsident werden nach einfachem Mehrheitswahlrecht für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Gleiches gilt für die 24 Senatorenposten, von denen die Hälfte alle drei Jahre in personeller Wahl bestimmt wird. Jeder Wähler hat 12 Stimmen für die Senatorenwahl zur Verfügung. Das Repräsentantenhaus setzt sich nach einem segmentierten Wahlsystem zusammen. - 1-
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