Die Basarwa der Kalahari (K)eine Zukunft für die Ureinwohner von Botswana? Marc Meinardus Gaborone, August 2004 Botswana, das Musterbeispiel für eine funktionierende Demokratie und soziale Entwicklungsorientierung, hat in den letzten Jahren einen Kratzer in seinem Image bekommen. In einer massiven Kampagne gegen„Blutdiamanten“ hat Survival International, eine internationale Organisation zur Verteidigung von Minderheitenrechten mit Sitz in London, die Vertreibung der Ureinwohner der Kalahari, der Basarwa, aus ihren angestammten Gebieten im heutigen „Central Kalahari Game Reserve“(CKGR) angeprangert. Der Vorwurf basiert auf fragwürdigen Annahmen. Das Problem selber hat komplexere historische, kulturelle und soziale Wurzeln. Es geht nicht um ein„Zurück in die Tradition“ als Alternative der Basarwa. Vielmehr ist die Frage, ob sie eine Zukunft in der heutigen Zeit und Gesellschaft von Botswana haben. Botswana gilt seit fast 40 Jahren als das Musterbeispiel einer stabilen Demokratie auf dem von Krisen geschüttelten Kontinent Afrika. Während sich das ehemalige britische Protektorat Bechuanaland zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit 1966 noch unter den 10 ärmsten Ländern der Welt befand, ist es heute laut Weltbank das einzige Middle Income Country im SubSahara Afrika und laut Transparency International das mit der geringsten Korruption. Botswana hat seit langem die Sympathie ausländischer Regierungen und Geberorganisationen, insbesondere da die staatlichen Einnahmen aus dem Diamantenabbau seit den 70er Jahren vorrangig in Sozialleistungen wie Wohnungsbau, Bildungs- und Gesundheitswesen fließen. Seit einigen Jahren jedoch wird das Bild durch Proteste nationaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen getrübt, die sich vehement gegen die Umsiedlung einer der indigenen Minderheiten in Botswana, der Basarwa 1 , aus dem Gebiet der Zentralkalahari engagieren. 1 Die Bezeichnung Basarwa kommt aus der Sprache der Tswana, der mit 80% größten und dominierenden Ethnie des Landes. Basarwa ist die gängige Bezeichnung in Botswana und wird im Folgenden durchgehend verwendet. Als wissenschaftlicher Oberbegriff für alle Jäger- und Sammler-Kulturen im südafrikanischen Raum wird überUrsachen des Konfliktes – historische Rechte und neue Entwicklungsziele Die Ursachen des Konflikts datieren zurück bis in die Zeit des britischen Protektorats„Bechuanaland“. Das Gebiet der Zentralkalahari war bereits 1961 unter britischer Administration zum Reservat erklärt worden. Zwei Ziele wurden dabei festgeschrieben: 1. die Vorkommen an natürlicher Fauna und Flora zu bewahren und 2. ausreichend Land der traditionellen Nutzung durch Jäger- und SammlerGemeinschaften bereitzustellen. Als unmittelbar nach der Unabhängigkeit sämtliche Ländereien der Krone dem neu gegründeten Staat Botswana zufielen, wurde in der 1966 verabschiedeten Verfassung in einem Absatz über Garantien wesentlicher Grundrechte festlegt, dass kein anderer als ein Angehöriger der Basarwa ohne schriftliche Genehmigung das Recht habe, die für sie bestimmten Gebiete zu betreten. Allerdings machen weder wiegend die Bezeichnung„San-Völker“ verwendet, ihr charakteristisches Merkmal sind die Schnalzlaute ihrer Sprachen. Den Basarwa selbst ist diese Bezeichnung wenig geläufig, sie zögen sogar den Terminus„Bushmen“ (Buschleute) vor, da ihren Verwandten in Namibia vor einigen Jahren ein Gebiet namens„Bushmanland“ zugesprochen worden war.
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Die Basarwa der Kalahari : (k)eine Zukunft für die Ureinwohner von Botswana?
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