Druckschrift 
Trendwende auf dem amerikanischen Kontinent? : Die lateinamerikanische Linke setzte sich bei der Wahl des neuen Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten gegen die USA durch
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

j~á=OMMR= Trendwende auf dem amerikanischen Kontinent? Die lateinamerikanische Linke setzt sich bei der Wahl des neuen Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten gegen die USA durch Claudia Detsch= Der sozialistische chilenische Innenminister José Miguel Insulza=áëí=åÉìÉê=dÉåÉê~äëÉâêÉí®ê=ÇÉê= lêÖ~åáë~íáçå=^ãÉêáâ~åáëÅÜÉê=~~íÉå=El^pFK= aáÉ=bêåÉååìåÖ=ÇáÉëÉë=mçäáíáâÉêëI=ÇÉê=òìå®ÅÜëí=îçå=ÇÉê=rpJoÉÖáÉêìåÖ=ëíêáâí=~ÄÖÉäÉÜåí=ïìêÇÉI=áëí=~åJ ÖÉëáÅÜíë= ÇÉê= ÄáëÜÉê= ëÉÜê= ÉáåëÉáíáÖÉå= j~ÅÜíîÉêÜ®äíåáëëÉ= áååÉêÜ~äÄ= ÇÉê= lêÖ~åáë~íáçå= Éáå= fåÇáò= Ñ ê= Ç~ë= ï~ÅÜëÉåÇÉ=pÉäÄëíÄÉïìëëíëÉáå=ÇÉê=ä~íÉáå~ãÉêáâ~åáëÅÜÉå=~~íÉå=ìåÇ=ÇáÉ=báåÑäìëëÉáåÄì Éå=ÇÉê=å êÇJ äáÅÜÉå=pìéÉêã~ÅÜíK=== aáÉ=t~Üä=ïìêÇÉ=ÄÉëíáããí=ÇìêÅÜ=ÇáÉ=aáëâìëëáçå=ìã=ÇÉå=òìâ åÑíáÖÉå=rãÖ~åÖ=ãáí=hìÄ~=ìåÇ=sÉåÉJ òìÉä~X=ÇáÉëÉ=hçåíêçîÉêëÉ=Ç êÑíÉ=ÇáÉ=ÖÉë~ãíÉ=^ãíëòÉáí=ÇÉë=`ÜáäÉåÉå=éê®ÖÉåK c ê=ÇáÉ=ÅÜáäÉåáëÅÜÉ=oÉÖáÉêìåÖI=ÇáÉ=fåëìäò~ë=t~Üä=~äë=å~íáçå~äÉë=éçäáíáëÅÜÉë=mêçàÉâí=ÇÉÑáåáÉêí=Ü~ííÉ=ìåÇ= ëçäáÇÉ=içÄÄó~êÄÉáí=ÄÉíêáÉÄI=áëí=Ç~ë=^ÄëíáããìåÖëÉêÖÉÄåáë=Éáå=Öêç Éê=~ì ÉåéçäáíáëÅÜÉê=bêÑçäÖK====== Ein chilenischer Sozialist leitet künftig im Amt des Generalsekretärs die Geschicke der Organi­sation Amerikanischer Staaten(OAS). Die Wahl des amtierenden chilenischen Innenministers José Miguel Insulza beendet ein seit Monaten andauerndes interamerikanisches Ringen um die Neubesetzung des Amtes. Das Abstimmungser­gebnis ist von besonderer Brisanz: Erstmals in der fast sechzigjährigen Geschichte der OAS konnten die Vereinigten Staaten ihren Favoriten nicht durchsetzen in mehreren Abstimmungs­runden scheiterten gleich zwei Kandidaten der US-Administration. Nachdem 2004 bereits El Salvadors rechter Ex-Präsident Francisco Flores als nicht konsensfähig aus dem Rennen schied, nahm auch der konservative mexikanische Außenminister Luis Ernesto Derbez drei Tage vor der Abstimmung seine Kandidatur zurück- nach Beratungen mit US-Außenministerin Condoleez­za Rice. Schließlich votierten Anfang Mai 31 der 34 OAS-Mitgliedsstaaten für den verbleibenden Kandidaten Insulza, einen Sozialisten und ehe­maligen Weggefährten Salvador Allendes. Bolivien und Mexiko enthielten sich der Stimme, Peru gab einen leeren Stimmzettel ab. Verlauf und Ergebnis des Abstimmungsprozesses wur­den allgemein als Niederlage und Gesichtsverlust der Vereinigten Staaten gewertet, konnten sie sich doch in einer Region nicht durchsetzen, die traditionell unter starkem US-amerikanischem Einfluss steht. Die Last-Minute-Unterstützung von US-Außenministerin Rice und die daraus resultierende breite Zustimmung der Mitglied­staaten für Insulza werden aber auch als mögli­che Richtungsänderung der US-amerikanischen Lateinamerika-Politik und Chance zur Belebung der OAS gedeutet. Der US-Administration jeden­falls gestattet ihre späte Unterstützung für den siegreichen Kandidaten, sich einmal mehr als die einigende und entscheidende Kraft des amerika­nischen Kontinents darzustellen(wenn dieser Schein auch getrübt wurde durch das abwei­chende Wahlverhalten Mexikos, Perus und Boliviens). Eine bedeutungsarme Organisation und ein politisches Schwergewicht Die OAS, 1948 in Bogotá gegründet, ist als zwischenstaatliche Organisation aus verschiede­nen panamerikanischen Konferenzen hervorge­gangen. Inzwischen sind alle selbständigen Staaten Nord- und Südamerikas Mitglied; aller­dings wurde die Regierung Kubas 1962 auf 1