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Krieg im Irak - Rückschritte im Friedensprozess in Afghanistan? : Afghanistan und nun Irak - ein déjà vu?
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Brennpunkt IRAK Almut Wieland-Karimi Krieg in Irak- Rückschritte im Friedensprozess in Afghanistan? Afghanistan und nun Irak- Ein déjà vu? Die traurigen Ereignisse des 11. September in den USA haben den Boden für die Vertreibung der Taliban in Afghanistan, das Bonner Friedensabkommen vom Dezember 2001 und den Friedens- und Wiederaufbauprozess in Afghanistan geebnet. Auch der Irak tauchte nach dem 11.9. wieder auf der weltpolitischen Agenda auf: Wenn auch keine eindeutigen bzw. überzeugenden Beweise für die Verwicklung des irakischen Regimes unter Saddam Hussein und einer gewaltbereiten islamistischen Internationalen vorgelegt werden konnten, hat George Bush mit seiner Rede an die Nation im Jahr 2002 Irak in dieAchse des Bösen und auf Platz eins der Bedrohung der internationalen Sicherheit gesetzt. Wie in Afghanistan mit der Vertreibung der Taliban bereits umgesetzt, soll nun das Regime im Irak gestürzt werden. Mögliche Strategien für die Pläne nach Beendigung eines terroristischen Regimes kommen bekannt vor: Demokratisierung, nation building und eine wie auch immer geartete internationale insbesondere amerikanische- Schutztruppe sollen gewährleisten, dass sich die Staaten in die Weltgemeinschaft reintegrieren. Der afghanisch-amerikanische US-Sonderbotschafter für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, ist nun auch Sonderbotschafter für den Irak es liegt nahe, dass die Strategien und Konzepte für die beiden Länder große Ähnlichkeit aufweisen werden. Allerdings steckt der Friedens- und Wiederaufbauprozess in Afghanistan noch in Babypantoffeln (Kinderschuhe wären schon eine recht große Größe): Die meistgesuchten"Schurken", nämlich Mullah Omar als Gastgeber der al-Qaida, und Usama Ben Laden als deren Anführer, konnten nicht festgesetzt werden. Abgesehen davon zeigt sich alltäglich, wie fragil und mühselig der Friedensprozess ist: Demokratie lässt sich nicht verordnen, sondern kann sich nur langsam in einem evolutionären Prozess entwickeln. Dieser braucht erstens Zeit und zweitens einen langen Atem, sowohl auf afghanischer als auch auf internationaler Seite. Ohne externe Unterstützung wird es unmöglich sein, den Konflikt mit seinen verschiedenen Ebenen dauerhaft zu lösen bzw. die gewaltsame Austragung von Meinungsverschiedenheiten mit militärischen Mitteln zu unterbinden. Nach über zwei Jahrzehnten Krieg und Bürgerkrieg wäre es auch vermessen anzunehmen, dass dafür eine nur kurze Zeitspanne internationaler Aufmerksamkeit und Engagements ausreichen würde. Und im Irak wir der Atem mindestens genauso lange halten müssen. Status quo- ein gutes Jahr nach Ende des Taliban-Regimes Die gegenwärtige Situation in Afghanistan lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Zwar begrüßt die kriegsmüde Bevölkerung natürlich den Friedensprozess und das internationale Engagement, insbesondere die Wiederaufbaumaßnahmen und die internationale Schutztruppe ISAF, und es können auch schon einige Erfolge verbucht werden: Über drei Millionen Kinder gehen wieder zur Schule, in den Kabuler Büros arbeiten wieder leicht bekopftuchte Frauen und das Straßenbild vor allem in Kabul ist orientalisch-lebendig geworden. Die Maßnahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Brennpunkt IRAK werden vom Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika koordiniert. Informationen zum Thema finden Sie unter www.fes.de/brennpunkt