Deutsch-Französische Strategiegespräche Cercle stratégique franco-allemand Winfried Veit/Jean-Pierre Maulny Herausgeber Die transatlantischen Beziehungen und die Krise im Nahen Osten September 2004 Einleitende Zusammenfassung Die Reihe«Deutsch-Französische Strategiegespräche» basiert auf den Vorträgen und Diskussionen des«Cercle Stratégique Franco-Allemand», der seit 1999 halbjährlich abwechselnd in Paris und Berlin zusammen tritt. Er wird gemeinsam vom Pariser Buro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und dem Institut de Relations Internationales et Stratégiques(IRIS) getragen und ist mittlerweile zu einer festen Institution und zu einem wichtigen Instrument des deutschfranzosischen Sicherheitsdialogs geworden. Die 11. Tagung des«Cercle» fand am 12. und 13. Mai 2004 in Berlin statt und hatte die transatlantischen Beziehungen im Kontext der Krisensituation im Nahen Osten zum Gegenstand ebenso wie die unterschiedlichen Sicherheitsdoktrinen in Europa und Amerika. Diese Broschüre fasst die Diskussionen zu den einzelnen Themenschwerpunkten zusammen und gibt drei Einzelbeiträge wieder, die unseres Erachtens Aufmerksamkeit verdienen. Wir stellen diese Beiträge hier zur Debatte und wollen damit einen weiteren Beitrag zur Weiterentwicklung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik leisten. Die transatlantischen Beziehungen aus deutscher und französischer Sicht Der Dialog über die beiderseitige Sicht der transatlantischen Beziehungen stand stark unter dem Einfluss des aktuellen Geschehens, d. h. der Lage im Irak sowie allgemein im Nahen Osten. Nach wie vor ist die Sichtweise beider Seiten zutiefst geprägt von der Geschichte beider Länder seit 1945, doch legen die französischen wie auch die deutschen Gesprächsteilnehmer dem Partner gegenüber diesbezüglich eher Verständnis als Sorge an den Tag. Die Franzosen räumen insbesondere ein, dass seit Ende des zweiten Weltkrieges ein besonderes Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland entstehen konnte. Die Vereinigten Staaten haben Deutschland geholfen, wieder auf die Beine zu kommen und sich gegenüber der Sowjetunion zu verteidigen. Noch wichtiger ist: die Vereinigten Staaten haben die deutsche Wiedervereinigung, die in Paris auf ein gewisses Misstrauen stieß, gebilligt. Ausgehend davon wurde die deutsche Haltung in der Irakfrage als positive, von den Franzosen unerwartete Nachricht aufgenommen. Die Franzosen haben inzwischen auch begriffen, dass es sich keineswegs nur um ein wahltaktisches Argument handelte. In der aktuellen Situation nach dem Irakkrieg wird die Position Deutschlands als Chance für Frankreich verstanden. Die Franzosen sind von der Solidität des deutsch-französischen Tandems überzeugt und hoffen nun, dass die Nähe Deutschlands zu den Vereinigten Staaten ihnen bei der Normalisierung ihrer eigenen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten helfen wird.
Konferenzband
Die transatlantischen Beziehungen und die Krise im Nahen Osten : le Cercle stratégique Franco-Allemand
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