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Brasilianische Außenpolitik im Jahr 2005 : welchen Preis zahlt die Regierung Lula für einen "Multilateralismus des Südens"?
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pÉéíÉãÄÉê= OMMR= Brasilianische Außenpolitik im Jahr 2005: Welchen Preis zahlt die Regierung Lula für einenMultilateralismus des Südens? Katharina Meier báåÉê= ÇÉê= Öê ∏≈ íÉå= bêÑçäÖÉ= Äê~ëáäá~åáëÅÜÉê=^ì Éåéçäáíáâ= ìåíÉê= ÇÉê= oÉÖáÉêìåÖ= iìä~= ï~ê= ÇáÉ= åÇìåÖ= ÇÉê=dOM=ìåÇ=ÇÉêÉå=~ÄáäáëáÉêìåÖ=Äáë=òìã=ÜÉìíáÖÉå=q~ÖK==sçêÑÉäÇ=ÇÉê=tqlJjáåáëíÉêâçåÑÉêÉåò=áã= aÉòÉãÄÉê= OMMR= áå= eçåÖâçåÖ= òÉáÅÜåÉí= ëáÅÜ= àÉÇçÅÜ= Éáå= fåíÉêÉëëÉåëÖÉÖÉåë~íò= áååÉêÜ~äÄ= ÇÉê= dOM= áå= ÇÉê=~ÖÉ=ÉáåÉê=iáÄÉê~äáëáÉêìåÖ=ÇÉê=^Öê~êã®êâíÉ=~ÄK== a~ë=_ÉëíêÉÄÉå=ÇÉê=oÉÖáÉêìåÖ=iìä~I=ÇÉå=ÉáÖÉåÉå=e~åÇäìåÖëëéáÉäê~ìã= ÄÉê=m~êíåÉêëÅÜ~ÑíÉå=ãáí=i®åJ ÇÉêå= ÇÉë= p ÇÉåë= òì= ÉêïÉáíÉêåI= Ü~í= åáÉ= ÄÉÇÉìíÉíI= Ç~ëë= ëáÉ= Ç~ë=_ åÇåáë= òì= ÇÉå= íê~ÇáíáçåÉääÉå=_ åÇJ åáëé~êíåÉêå=rp^=ìåÇ=bìêçé~=áå=~ÖÉ=ëíÉääíK=a~ë=wáÉäI=é~ê~ääÉä=òìê=pìÅÜÉ=å~ÅÜ=åÉìÉå=m~êíåÉêëÅÜ~ÑíÉå= íê~ÇáíáçåÉääÉ=_ åÇåáëëÉ=òì=éÑäÉÖÉåI=Ü~í=òìê=cçäÖÉI=Ç~ëë=ëáÅÜ=ÇáÉ=Äê~ëáäá~åáëÅÜÉ=^ì Éåéçäáíáâ=áå=ÉáåÉã= òìåÉÜãÉåÇ=âçãéäÉñÉêÉå=dÉÑäÉÅÜí=~ìë=m~êíåÉêåI=sÉêéÑäáÅÜíìåÖÉå=ìåÇ=ëíê~íÉÖáëÅÜÉå=wáÉäÉå=ÄÉÑáåÇÉíK== aáÉ=Äê~ëáäá~åáëÅÜÉ=^ì Éåéçäáíáâ=ÄÉÜÉêêëÅÜí=Ç~ë=^ìëí~êáÉêÉå=îçå=òìã=qÉáä=âçåÑäáâíáîÉå=fåíÉêÉëëÉå=ìåÇ= wáÉäÉå=ÉêÑçäÖêÉáÅÜ=ìåÇ=áëí=ÄÉêÉáíI=òìê=páÅÜÉêìåÖ=îçå=_ åÇåáëëÉå=^ÄëíêáÅÜÉ=ÄÉá=ÇÉê=aìêÅÜëÉíòìåÖ=å~J íáçå~äÉê= fåíÉêÉëëÉå= òì= ã~ÅÜÉåK== ïÉäÅÜÉã= j~= ëáÉ= ÇáÉëÉ= báÖÉåëÅÜ~ÑíÉå=~ìÅÜ= ÄÉá= ÇÉê= tqlJ jáåáëíÉêâçåÑÉêÉåò= áå= eçåÖâçåÖ=~å= ÇÉå= q~Ö= äÉÖÉå= ïáêÇI= ïáêÇ= ÜçÜÉå= báåÑäìëë=~ìÑ= ÇáÉ= wìâìåÑí= ÇÉê= dOM=Ü~ÄÉåK= = 1. Brasilianische Außenpolitik im Vorfeld von Hongkong Das außenpolitische Bekenntnis der Regierung Lula zu einemMultilateralismus des Südens ist keine leere Rhetorik diese Botschaft kam jedoch in vielen Hauptstädten des Nordens erst mit dem Scheitern der WTO-Ministerkonferenz von Cancún im September 2003 an. In Cancún war es gelungen, mit der G20 in Agrarfragen einen Verhandlungs- und Interessenblock von Schwellen- und Entwicklungsländer zu bilden. Das von Brasilien von langer Hand vorbereitete Bündnis der G20 hatte sich bereits im Vorfeld der WTO-Ministerkonferenz am 20. August 2003 gegründet. Ins Bewusstsein der internatio­nalen Öffentlichkeit trat die G20 erst, als es dem Bündnis gelang, in der Agrarfrage eine Gegen­macht des Südens aufzubauen. Diese Gegenmacht erlaubte es der EU und den USA nicht, ihre Forderungen in der WTO durch­setzen, was letztlich zum Scheitern der Verhand­lungen führte. Weitgehende Akzeptanz als Stimme des Südens in der WTO findet die aktuell 19 Mitgliedstaaten zählende G20 wegen ihrer regionalen Repräsentativität(5 afrikanische, 6 asiatische und 8 lateinamerikanische Staaten) und der Tatsache, dass die mächtigen Länder des Südens, wie Brasilien, China, Indien und Südafrika, in ihr vertreten sind. Vor allem dank des Engagements Brasiliens ist es gelungen, das heterogene Bündnis so weit zu stabilisieren, dass dieses aller Voraussicht nach auch auf der WTO­Ministerkonferenz in Hongkong im Dezember diesen Jahres ein wichtiger Verhandlungsfaktor sein wird. Allerdings zeigte das Treffen der G20 am Rande der WTO-Verhandlungen in Genf Anfang Juni, dass sich in diesem Bündnis ein nur schwer zu überbrückender Interessengegensatz auftut. Während die G20 im Kampf gegen die Agrarsubventionen des Nordens geeint war, ist das Bündnis in der Frage einer Liberalisierung der Agrarmärkte in den Ländern des Südens gespal­ten. So stellen sich Brasilien und Argentinien mit der Befürwortung einer Öffnung der Agrarmärk­te von Schwellen- und Entwicklungsländern gegen die Interessen Chinas, Indiens und Indo­1