Druckschrift 
Wo drückt der Schuh? - Die zehn Hauptprobleme des Deutschen Mittelstands : Expertengespräch, Mittwoch, 4. Dezember 2002 [...] Berlin ; Thesen des Instituts für Wirtschafts- und Politikforschung, IWP, Köln, erstellt im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, November 2002
Entstehung
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Ein weiterer Grund für die empfundene Benachteiligung des Mittelstands sind nach Einschätzung der Bundessteuerberaterkammer weniger einzelne Bestim­mungen als vielmehr die Summe aus den Belastungen der einzelnen Regelun­gen. 19 Als Beispiel sei hier die Listenpreisregelung bei Benutzung von betriebli­chen Kfz für private Nutzung genannt, die besonders bei kleinen Unternehmen zu einer Mehrbelastung führt. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass KMU in der Regel nicht über die personellen und finanziellen Ressourcen zur Ausschöpfung aller möglichen Vergünstigungen und Ausnahmetatbestände verfügen wie Großunternehmen. Viele Regelungen sind ohnehin nur noch von Steuerexperten zu verstehen.benso profitieren größere Unternehmen mehr von der Internationalisierung durch Verlegung einzelner Betriebsteile in steuerlich günstigere Länder. Lösungsansatz Obwohl die Materie kompliziert ist, sind dennoch eine Reihe von Regelungen unnötig unverständlich. Die dem Unternehmen dadurch entstehenden Kosten können eventuelle Vorteile einer Regelung kompensieren. Die Abschaffung von komplizierten Einzelregelungen zu Gunsten von Pauschalen würde nicht nur das Steuerrecht übersichtlicher gestalten, sondern unterm Strich die Gesamtbe­lastung der KMU mindern. Außerdem weisen Finanzwissenschaftler schon seit vielen Jahren auf die volkswirtschaftlichen Verluste durch Ausnahmeregelungen infolge von Substitutionsmöglichkeiten hin. 19 Pressemitteilung vom 6. März 2002 13