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Bürgerschaftliches Engagement und die Zukunft der Wohlfahrtsverbände
Entstehung
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betrifft: Bürgergesellschaft 20 Bürgerschaftliches Engagement und die Zukunft der Wohlfahrtsverbände Rudolf Seiters Bürgerschaftliches Engagement ist Ausdruck von Mitgestaltungswillen und Mitgestaltungs­kraft im demokratisch verfassten Staat. In der Wohlfahrtsarbeit steht der hilfebedürftige Mensch im Zentrum des freiwilligen Engagements der Bürgerinnen und Bürger. Das DRK agiert im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Marktes für soziale Dienstleistungen und der Verpflichtung zur Mildtätigkeit aus ideellen Motiven. Gegenüber anderen Leistungsanbietern, die partikulare Wirtschaftsinteressen in den Vor­dergrund stellen, findet in der sozialen Arbeit des DRK das Gemeinwohl Berücksichtigung, indem Raum für unterstützungsbedürftige Menschen und sich freiwillig engagierende Bür­gerinnen und Bürger geschaffen wird. Im Rahmen des europäischen Wettbewerbsrechts besteht der Anspruch, die Förderung der Wohlfahrtspflege nicht als wettbewerbsverzerrend zu begreifen, da gemeinwohlorientier­ten sozialen Diensten ein zivilgesellschaftlicher Mehrwert innewohnt. Die Wohlfahrtspflege als Bestandteil des europäischen Sozialmodells hat zunehmend poli­tische Anerkennung gefunden, u.a. durch den Einsatz verschiedener europäischer Organi­sationen und Dachverbände. Der gesellschaftliche Wandel in der Bundesrepublik Deutschland stellt die freie Wohlfahrts­pflege vor neue Herausforderungen: Die gegenwärtige demographische Entwicklung hat die Erweiterung der Zielgruppe sich engagierender Bürgerinnen und Bürger um diejungen Alten zur Folge. Gleichzeitig steigt die Nachfrage im Bereich der Altenpflege und der Un­terstützung Erwachsener mit Kindern. Die soziale und finanzielle Absicherung der Freiwilligen ist eine Voraussetzung für bürger­schaftliches Engagement. Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, z.B. hohe Mobilität bei der Arbeitsplatzsuche und eine hohe berufliche Belastung, erschweren bür­gerschaftliches Engagement. Es müssen mehr Angebote für projektbezogene, zeitlich befristete Mitarbeit geschaffen werden, da eine gesamtgesellschaftliche Tendenzen weg von festen, regelmäßigen, ver­www.fes.de/buergergesellschaft Der Arbeitskreis wird gefördert von der Erich-Brost-Stifung. Leitung: Dr. Michael Bürsch, MdB. Koordination: Albrecht Koschützke, Kommunikation und Grundsatzfragen, Friedrich-Ebert-Stiftung, 53170 Bonn, E-Mail: Albrecht.Koschuetzke@fes.de Arbeitskreis Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat