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Bosnien und Herzegowina
Entstehung
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Konfliktanalyse Bosnien und Herzegowina, November 2005 b) der zweite Handlungsstrang verlangt die notwendige Konzentration auf bestimmte thematische Schwerpunkte, die durch die vorherrschenden Konfliktlinien vorgegeben sind; c) als dritter Handlungsstrang folgt die Zusammenarbeit mit bestimmten Akteursgruppen, die beim Aufbau eines funktionierenden Staates, der Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Stabilität garantiert, eine entscheidende Rolle spielen. 5.1 Entwicklung von Strategien Die Zusage der EU-Kommission Ende Oktober 2005, mit den bosnischen Behörden über ein SAA-Abkommen zu verhandeln, markiert den Anfang einer Umbruchphase weg von der Protektoratsherrschaft, hin zu einer eigenverantwortlichen Gesellschaft, die selbst in der Lage sein sollte, ihre Rolle in den komplexen ökonomischen, politischen und multilateralen Begebenheiten zu finden, die den globalisierten Kapitalismus heute prägen. In ihren Projektplanungen orientieren sollten sich die Geber mittelfristig bis 2007, wenn die Unterzeichung des Abkommens erwartet wird. Langfristige Planungen für die Unterstützung strategisch wichtiger Sektoren in der Vorbeitrittsphase zur EU sollten bis 2015 angestellt werden. Diese Zeiträume gelten sowohl für die Konzeption von Maßnahmen zur politischen Stärkung der lokalen Akteure vor Ort wie für die Entwicklung adäquater Exit-Strategien der internationalen Organisationen, um eine nicht nur von institutionellen Illusionen genährte demokratische Entwicklung zu garantieren. So vielfältig das Bündel der Ansätze ist, welches die internationalen Geber verfolgen, so wichtig ist künftig die Konzentration auf die auch in klassischen Transformationsstaaten vorzufindenden Problemfelder und Sektoren. Nach den Jahren hastig abgewickelter Reformen, die meist von der Protektoratsbehörde vorgegeben wurden, gilt es nun, diese auch nachhaltig zu implementieren und die politische Klasse ebenso wie die Bevölkerung von ihrem Nutzen zu überzeugen. Die Erfahrung in anderen Postkonfliktstaaten zeigt, dass Dialogprozesse sowohl einerseits mit der FES nahe stehenden Partnerorganisation als auch andererseits mit unerwünschten Machtstrukturen und die Verknüpfung der beiden langfristig Wirkung zeigen. Handlungsleitend bei der Entwicklung strategischer Konzepte sollten sein: a) ein inklusiver und beteiligungsorientierter Ansatz, der auf mehrere Akteure und nicht ausschließlich auf bestimmte Gruppierungen gerichtet ist; b) ein Ausweiten des Fokus auf kleinere Städte und Gemeinden, um die Dominanz der vor allem in Sarajevo, Mostar und Banja Luka angesiedelten Projekte zu brechen; c) ein langfristiger Ansatz, der ein Zusammenwachsen des hochgradig zersplitterten Staates nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe der EU-Integration anstrebt; d) ein Mehrebenenansatz, der neben moderaten Kräften in nationalistischen Parteien auch bislang vernachlässigte Akteure wie Wirtschaftstreibende und Jugendaktivisten umfasst e) ein Ansatz, der die Konfliktrelevanz und-sensitivität der verschiedenen Akteure explizit in die Arbeitsstrategie einbezieht, um latente oder akute Konfliktentwicklungen zu vermeiden. 5.2 Thematische Schwerpunkte Politischen Stiftungen kommt eine bedeutende Rolle bei der Bearbeitung politisch sensibler Konfliktthemen zu. Da ihr Mandat es ihnen erlaubt, langfristig an solchen Themen zu arbeiten, sollten sie sich auf strategisch entscheidende Schwerpunkte konzentrieren. Die bisherige Praxis in der Zusammenarbeit von FES, Friedrich-Naumann-Stiftung(FNS), Heinrich-Böll-Stiftung(HBS) und Konrad-Adenauer-Stiftung(KAS) in Bosnien spiegelt diesen Ansatz wider. Voraussetzung für die von den politischen Stiftungen angestrebte Entwicklung zu einer pluralistischen, handlungsfähigen Gesellschaft bleibt jedoch ein funktionierender 27