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Islam: Keine Zugeständnisse an die Politik der Beschwichtigung
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FRANKREICH-INFO Friedrich-Ebert-Stiftung Bureau de Paris 41 bis, boulevard de La Tour-Maubourg 75007 Paris Tel: 00 33(0)1 45 55 09 96 Fax: 00 33(0)1 45 55 85 62 fes@fesparis.org www.fesparis.org März 2006 In Europa wird gestritten. Neben dem Streit über die Karikaturen des Propheten Mohammed ist ein weiterer Streit entstanden. In den europäischen Feuilletons wird über die Frage diskutiert, wie der Umgang mit den muslimischen Menschen in Europa ausgestaltet werden soll. Die Ursache hierfür lässt sich eben nicht nur in den Karikaturen finden, sondern auch in der zunehmenden Präsenz der Muslime und ihrer Wertebilder in Europa. Und tatsächlich zeigen einige gewaltsame Ereignisse in jüngster Vergangenheit, dass in Europa der Islamismus eingewandert ist, und die Unterschiede zu den Immigranten nicht nur in der Nationalität bestehen. Die sich ver­deutlichenden Wertunterschiede rühren aus der freiheitlichen und rechtsstaatlichen Tradition der europäischen Länder, woraus sich zunächst zwei Schlussfolgerungen ergeben: Zum einen profitieren andere Wertegemein­schaften von ihren Freiheiten, und zum anderen entsteht eine Asymmetrie, wenn Wertegemeinschaften zwar von dem freiheitlichen Gedanken profitieren, allerdings selbst nicht dazu bereit sind, die Freiheiten anderer zu achten. Hieraus ergeben sich konkrete Fragen bezüglich der Herangehensweise dieser Problematik. Inwieweit gebietet der eigene Freiheitsbegriff oder die eigene Tradition gewisse Zugeständnisse? Darf man dementsprechend aus diesem Blickwinkel den eigenen öffentlichen Raum, in dem der Meinungsaustausch stattfindet, einschränken? Welches Ausmaß ist bereits erreicht? Auch Max Gallo stellte sich in seinem Beitrag diesen Fragen, undstreitet für den Vorschlag, zu seiner westli­chen Identität und Wertegemeinschaft zu stehen und die Problematik nicht klein zu reden. Max Gallo ist Schriftsteller und war in den 1980er Jahren Abgeordneter der Nationalversammlung für die Parti Socialiste, zwischen 1983 und 1984 Sprecher und Staatssekretär in der Regierung von Pierre Mauroy. Er verlässt Anfang der 1990er die Parti Socialiste, für die er damals im Europaparlament Abgeordneter gewesen ist. Seitdem unterstützt er die linksnationale Gruppierung um den früheren Verteidigungsminister Pierre Chevène­ment. Zu seinen letzten Werken gehören Fier dêtre français(Stolz, Franzose zu sein) und Spartacus, La révolte des esclaves(Spartakus, Aufstand der Sklaven). Wir stellen seinen Beitrag einer deutschen Leserschaft zur Diskussion, weil er insbesondere deutlich macht, welcher Wandel in Bezug auf die oben genannten Probleme in den letzten Jahren in Teilen der Linken statt­gefunden hat. Wir veröffentlichen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Tageszeitung Le Figaro, in der er am 8. Februar erschienen ist. FES-Büro Paris Islam: Keine Zugeständnisse an die Politik der Beschwichtigung Max Gallo Werden wir morgen den Mut und die Möglichkeit haben, unsere zutreffen­den oder auch falschen Auffassungen über den Islam offen zum Ausdruck zu bringen? Oder werden wir, mit den ent­fesselten Menschenmengen vor Augen, die die diplomatischen Vertretungen Dä­nemarks und Norwegens, zwei der friedlichsten und demokratischsten Staa­ten dieser Welt, in Brand gesteckt haben,