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Bericht über das Thema "Standortverlagerungen und Entwicklung der Produktionstätigkeiten" : Zusammenfassung
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BÜRO PARIS Bericht über das Thema"Standortverlagerungen und Entwicklung der Produktionstätigkeiten" Zusammenfassung Jean-Louis Levet Februar 2005 Die Schaffung und geografische Verteilung von Wohlstand und Beschäftigung sind für uns Sozialisten, die die Realität verändern und uns nicht mit dem Korrigieren negativer Markteffekte begnügen wollen, eine ganz zentrale Problematik. Mit dem Thema Standortverlagerungen rückt diese Problematik heute unter den Besorgnissen der französischen Bevölkerung wie auch in der politischen und gesellschaftlichen Debatte wieder in den Mittelpunkt. Sowohl in Frankreich als auch in ganz Europa tritt darüber hinaus eine noch grundlegendere Frage in den Vordergrund: es handelt sich um das Risiko einer Desindustrialisierung, verstanden als Substanzverlust. Ein ganz wesentliches politisches Thema, da die Industrie ein Kernelement der Entwicklungsproblematik darstellt. In der vorliegenden Studie werden maßgebliche Weichenstellungen angeboten, die beiden Herausforderungen gerecht werden sollen: der Entwicklung des Produktionssystems ebenso wie der Eindämmung des Abwanderns von Wirtschaftstätigkeiten. I. Standortverlagerungen- ein paradoxes und schwer vorhersehbares Phänomen Das Paradoxon in der Debatte über die Standortverlagerungen besteht darin, dass diese als negatives Phänomen verstanden werden; dabei ist dies einer von mehreren Wegen der Unternehmensinternationalisierung zusammen mit Direktinvestitionen im Ausland(der meistbenutzte Weg), Firmenkooperationen(Joint Ventures, FuE-Abkommen...), Portfolioinvestitionen(Aufkauf von Aktiva) usw. Die französische Regierung bedient sich der Problematik in ihrer Suche nach einer exogenen Erklärung für den Anstieg der Arbeitslosigkeit. Doch in den meisten entwickelten Ländern taucht das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf: in den Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit dem internationalen Outsourcing im Dienstleistungssektor; in Deutschland im Zusammenhang mit den Verlagerungen in die nahe gelegenen MOEL; in Japan, wo in letzter Zeit- vor allem bedingt durch die Erfordernis für die Unternehmen, ihr geistiges Eigentum besser zu schützen- ein gewisser Trend zur Rückverlagerung festzustellen ist; in Großbritannien im Zusammenhang mit dem zunehmenden Outsourcing bei Finanzdienstleistungen. Diese Entwicklungen sind so nicht vorhergesehen worden. 1