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Dicke Luft in Londonistan : im Verhältnis zu seinen muslimischen Einwanderern ist Großbritanniens Multikulturalismus weitgehend gescheitert ; nur das linke Establishment will dies immer noch nicht wahrhaben
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Blickpunkt Großbritannien Büro London The Chandlery Office 609 50 Westminster Bridge Road GB London SE1 7QY Tel 00 44 20 77 21 87 45 Fax 00 44 20 77 21 87 46 feslondon@dial.pipex.com www.fes.de/london Mai 2006 Dicke Luft in Londonistan Im Verhältnis zu seinen muslimischen Einwanderern ist Großbritanniens Multi­kulturalismus weitgehend gescheitert. Nur das linke Establishment will dies immer noch nicht wahrhaben. Ernst Hillebrand Vierzig Prozent der Moslems des Landes wünschen die Einführung der Scharia in gewissen Landesteilen. 32 Prozent sind der Meinung, Moslems sollten sich für die Be­seitigung derdekadenten und amorali­schen westlichen Zivilisation engagieren. 20 Prozent hegen Verständnis für die Motive der U-Bahn-Attentäter vom 7. Juli 2005. Gleichzeitig glauben magere siebzehn Pro­zent der Nicht-Muslime, dass Moslems und Nicht-Moslems auf Dauer friedlich zusam­men leben können. Und ein Viertel der Wähler kann sich vorstellen, für eine rechts­radikale Partei zu stimmen: Willkommen in Großbritannien und seiner, so das British Council,richly diverse, open-minded, multi­cultural society. Während die offiziellen Stellen immer noch Siegesmeldungen funken, haben die Lon­doner Bombenanschläge mit aller Brutalität einen Sachverhalt deutlich gemacht, der für aufmerksame Beobachter auch davor kaum mehr zu übersehen gewesen war: Großbri­tanniens Multikulturalismus ist, zumindest was die Integration von Muslimen betrifft, weitgehend gescheitert. Das Land steht vor den Scherben einer Politik, die Integration nicht über die Adaptation an die Landeskul­tur, sondern über die pro-aktive und staatlich geförderte Proklamation und Affirmation der kulturellen und religiösen Andersartigkeit der Immigranten erreichen wollte. Selbst wenn man vom inter-kulturellen GAU des isla­mistischen Terrorismus absieht, sind die Ergebnisse dieser Politik alles andere als überzeugend: Großbritannien, so Trevor Philips, der Vorsitzende der staatlichen Commission for Racial Equality vor wenigen Monaten,entwickelt sich schleichend zu einer segregierten Gesellschaft. Armut und Bildungsversagen Die Armuts-, Beschäftigungs- und Bildungs­zahlen für Zuwanderer aus islamischen Ländern zeigen, dass Großbritannien ge­nauso wenig wie die kontinentaleuropäi­schen Länder eine Antwort auf die spezifi­schen ökonomischen und kulturellen Integ­rationsprobleme dieser Zuwanderergruppen gefunden hat. Die Arbeitslosigkeit der briti­schen Muslime ist mit 15% dreimal so hoch wie die von Christen oder Hindus, wobei zu berücksichtigen ist, dass diese Gruppe auch die höchste Quote von Arbeitsunfähigen aufweist. Die reale Arbeitslosigkeit der Mus­lime dürfte also noch deutlich höher liegen. Die mit Abstand größte Gruppe unter den britischen Muslimen stammt aus Bangladesh und Pakistan. Laut einer aktuellen Untersu­chung des Gewerkschaftsdachverbandes TUC sind 58% dieser Bevölkerungsgruppe statistisch gesehen arm. Andere ethnische