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Amerikanische Einwanderungsreform : eine hitzige Debatte
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FOCUS AMERICA Büro Washington Dr. Almut Wieland-Karimi 1023 15 th Street NW,# 801 Washington, DC 20005 USA Tel.:+1 202 408 5444 Fax:+1 202 408 5537 fesdc@fesdc.org www.fesdc.org Nr. 2/ 2006 Amerikanische Einwanderungsreform: Eine hitzige Debatte Aaron Erlich, Georgetown University Der U.S. amerikanische Kongress spaltet sich derzeit in die Gruppe der Befürworter einer umfassenden Einwanderungsreform, einschließlich Legalisierung der illegalen Bevölkerung und einem Gastarbeiterprogramm, und denen, die nur eine Reform zur Verschärfung des Grenzschutzes favorisieren. Die Anzahl(zwischen 11,5 und 12 Millionen) und der Zustrom(ca. 850.000 pro Jahr in den letzten fünf Jahren) illegaler Immigranten sind auf Rekordniveau. Doch die Wirtschaft benötigt auch weiterhin mehr Einwanderung, denn 94% der illegalen männlichen Immigranten haben Arbeit, was auf ihre gute wirtschaftliche Einbindung weist. Der Kongress sieht sich dem wachsenden Druck seiner Wahlkreise im Mittleren Westen und Südosten ausgesetzt, die in letzter Zeit in größerem Maße illegale Einwanderung erleben und nun eine Lösung des Problems erwarten. Während sich die Demokraten bei der Einwanderungsreform einig zeigen, ist die Republikanische Partei aus ideologischen und wahlstrategischen Gründen zwischen denen, die einen umfassenden Vorstoß befürworten und denen, die nur eine Verstärkung des Grenzschutzes wollen, gespalten. Das Repräsentantenhaus hat bereits ein Gesetz verabschiedet, das einzig die Verstärkung des Grenzschutzes beinhaltet. Der aktuelle Gesetzesvorschlag im Senat, der im Mai wieder zur Debatte steht, sieht für viele illegale Immigranten abgestufte Legalisierungsbestimmungen vor, ein befristetes Gastarbeiterprogramm und eine massive Erhöhung der Vergabe permanenter Arbeitsvisa. Es scheint allerdings unwahrscheinlich, dass ein Gesetz aufgrund der großen Differenzen zwischen Senat und Repräsentantenhaus noch vor Ende des Jahres verabschiedet wird. Die Debatte der Einwanderungsreform in den Vereinigten Staaten trifft ins Mark ihrer Identität als Nation. Tatsächlich(anders als Deutschland) verstehen sich die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung als Nation von Immigranten. Heutzutage glauben in den Vereinigtem Staaten viele, egal welcher politischen Überzeugung, dass sich das aktuelle amerikanische Immigra­tionssystem in einem schlechten Zustand be­findet und nicht die Anforderungen des 21. Jahrhunderts erfüllt. Die Debatte am Capitol Hill teilt sich in zwei Lager. Das erste Lager unterstützt eine um­fassende Einwanderungsreform( comprehensive immigration reform). Das zweite Lager fordert die alleinige Verstärkung des Grenzschutzes