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Euroland: Zutritt für Arme verboten?
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Michael Dauderstädt Euroland: Zutritt für Arme verboten? Der Europäische Rat hat beschlossen, dass Slowenien zum 1. Januar 2007 den Euro einführen darf, Litauen aber nicht. Der Grund für die Ablehnung Litauens lag in seiner zu hohen Inflationsrate. Damit kommt der reichste der postkommunistischen neuen Mitgliedstaa­ten in die Eurozone, während das deutlich ärmere Bal­tenland draußen bleiben muss. Die Aufnahmebedingungen für das Euroland schlie­ßen neben Anforderungen an das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung Bedingungen an die Inflation und den Wechselkurs der Währung des Antragstellers ein. Weder darf die Inflation besonders hoch sein, noch die Währung gegenüber dem Euro zu sehr schwanken. Als Kandidat hat also nur ein Land Aus­sichten, dessen realer(d.h. inflationsbereinigter) Wechselkurs gegenüber dem Euro relativ fest ist. Was bedeutet das für die Einkommensverhältnisse zwischen den armen und reichen Mitgliedstaaten? Das ungleiche Europa Die Pro-Kopf-Einkommen unterscheiden sich erheblich in der EU. Nimmt man den Durchschnitt der EU-15 als 100, so liegt das reichste Land, Luxemburg, bei 227 und das ärmste im Euroland, Portugal, bei 50. Unter den neuen Mitgliedstaaten weist der erfolgrei­che Eurokandidat Slowenien sogar mehr, nämlich 54, auf, während die baltischen Länder, Polen und die Slowakei bei unter 30 liegen. In Kaufkraftparitäten lie­gen die Werte höher, da der gleiche Eurobetrag in den armen Ländern den Erwerb von mehr Gütern und Dienstleistungen ermöglicht als in den reicheren Mit­gliedstaaten. Da kommt Slowenien schon auf 74% und auch die ärmeren postkommunistischen Länder erreichen fast 50% des EU-15-Durchschnitts(alle Zah­len aus bìêçéÉ~å=bÅçåçãó 6/2004). Die großen Unterschiede zwischen Wechselkurs und Kaufkraftparität bedeuten, dass Investoren dort zu in Euro niedrigenHunger-Löhnen relativ wohl genähr­te und behauste, qualifizierte Arbeitskräfte finden können, da z.B. der gleiche Big Mac, der in Dänemark 4,77 USD kostet, im Baltikum für die Hälfte zu haben ist( bÅçåçãáëí v. 25. Mai 2006). Aber die Unterschiede bewirken auch, dass die Menschen dort kaum in der Lage sind, teure Produkte aus dem Westen zu erwer­ben. Außerdem bieten sie einen starken Anreiz dazu, im Westen Arbeit zu suchen, da selbst niedrige lokale Westlöhne(z.B. in der Landwirtschaft oder Gastrono­mie) zu Hause im Osten weit reichen. Dieses starke Nominallohngefälle, dem ein schwächeres Reallohnge­fälle entspricht, hat Druck auf die Löhne in den reiche­ren Ländern ausgeübt, deren Anstieg in den letzten Internationale Politikanalyse Politik Info, Juni 2006