China in Angola- Nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessenpolitik? Dr. Sabine Fandrych November 2006 Vier Jahre nach Beendigung des lang währenden Bürgerkrieges ist Angola in einem allerorts sichtbaren Wiederaufbauprozess begriffen. Der Ölboom kommt dem Land dabei wie gerufen. Nachdem sich die Hoffnung auf westliche Wiederaufbauhilfe als Schimäre erwies, kann Angola nun auf das massive Engagement Chinas zurückgreifen. Doch wie nachhaltig ist dieser weitgehend von chinesischen Firmen implementierte Wiederaufbau wirklich? Welche Interessen stehen dahinter? Und welche langfristigen Folgen hat eine Strategie, die auf raschen und intensiven Import von Hardware und Arbeitskraft setzt? Vor allem aber: Wie kann Angola seine Integration in die globale Wirtschaft so gestalten, dass sie nicht nur einer kleinen Elite sondern der Mehrheit der Bevölkerung zugute kommt? Vom ´Donour Hymn Sheet´ zum chinesischen Milliardenkredit Nach fast 30 Jahren Bürgerkrieg hatte die angolanische Regierung auf eine Art Marshallplan gehofft, der den umfassenden Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes ermöglichen sollte. Schließlich hatte Angola während des Kalten Krieges und des Regionalkonflikts im südlichen Afrika die Interessenpolitik der Großmächte hautnah erleben und mehrfach direkte Invasionen des südafrikanischen Apartheidsstaates erleiden müssen. Doch die Pläne für eine vielfach beschworene Geberkonferenz nach dem Friedensschluss zwischen der MPLA-geführten Regierung und der Rebellengruppe UNITA im März 2002 mussten ad acta gelegt werden. Die westlichen Geberländer forderten in einem internen Papier, dem sogenannten„ Donor Hymn Sheet“, die Erarbeitung und Implementierung einer nachhaltigen Strategie zur Armutsbekämpfung sowie ein Abkommen der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds(IWF). Darüber hinaus bemüht sich die internationale Gemeinschat seit Jahren um mehr Transparenz im Management der Einnahmen aus der Ölförderung, etwa durch einen Beitritt Angolas zur Extractive Industries Transparency Initiative(EITI). Doch bis heute sperrt
Druckschrift
China in Angola : nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessenpolitik?
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten