Felix Kirchmeier Internationale Organisationen in Zeiten der Globalisierung Internationale Organisationen in Zeiten der Globalisierung Von Felix Kirchmeier 1. Einleitung Internationale Organisationen stellen selbst einen Teil der Globalisierung dar – Staaten haben erkannt, dass manche Probleme nicht auf rein nationaler Ebene zu lösen sind und sich daher in verschiedenen Formen zusammengeschlossen, um diese Probleme zu bearbeiten. Die so geschaffenen Organisationen sind aber immer noch vom politischen Willen ihrer Mitglieder abhängig und nur in engen Grenzen zu einem„Eigenleben“ fähig. Sie sind immer nur so stark, wie die Mitgliedsstaaten es ihnen gestatten. Bei den heutigen Organisationen ist zwischen supranationalen und internationalen zu unterscheiden. In supranationalen Organisationen treten Staaten Bereiche ihrer souveränen Entscheidungsmacht an eine Organisation ab, die für sie in diesen Bereichen bindende Entscheidungen treffen kann. Die Europäische Union beispielsweise beinhaltet supranationale Elemente. Aus diesem Grund betreffen die in Brüssel beschlossenen Gesetze die Bürger aller EU-Staaten unmittelbar. Die Gesetze der Europäischen Union bedürfen nicht erst der nationalen Zustimmung, sondern erlangen mit Beschluss der EU in allen Mitgliedsstaaten Gültigkeit. Internationale Organisationen hingegen sind institutionalisierte Foren der Abstimmung verschiedener Staaten, in denen Entscheidungen von den Mitgliedsstaaten getroffen werden. Regierungsvertreter beraten über Probleme und treffen Entscheidungen, die anschließend durch die nationalen Parlamente bestätigt werden müssen. Erst durch diesen Vorgang der Ratifizierung sind sie im betroffenen Land bindend. Die Organisation dient der Aushandlung von Entscheidungen und sichert deren Einhaltung, kann diese Entscheidungen aber nicht selbstständig treffen. Dieser zweite Typus, die internationalen Organisationen, ist Thema dieses Beitrages. Während diese internationalen Organisationen relativ neu sind, besteht das Phänomen der Globalisierung schon lange. Wirtschaftliche Verflechtungen und internationaler Handel sind schon seit Jahrhunderten üblich. In jüngerer Vergangenheit fand vor allem in der Zeit der Industrialisierung bis zur Zäsur des Ersten Weltkrieges – eine extreme Zunahme internationaler wirtschaftlicher Beziehungen und Aktivitäten statt, wenn auch hauptsächlich unter den Vorzeichen des Kolonialismus. www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 26
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